Bizarre Berufe – Türmerin

Foto_Klaus Herzmann1 Als Türmer/in bezeichnet man den Berufsstand einer Person, die im wahrsten Sinne des Wortes den Überblick behält. Seit dem Mittelalter wachen sie von Kirchtürmen und Burgfriede über die Städte, warnen vor Bränden, herannahenden Truppen und machen sich durch Signalflaggen, Lampen, Glocken und Hornblasen bemerkbar. Deutschlands frisch ernannte Türmerin ist Martje Salje – wir haben sie persönlich kennengelernt.

Bereits seit 1397 sind Türmer auf Münsters bekannter Sankt Lamberti Stadtkirche urkundlich erwähnt. Damit folgt die Stadt einer Tradition, die in Europa einzigartig ist. Die Besonderheit neben dem nicht alltäglichen Beruf – nach Jahrhunderten einer reinen Männerdomäne ist Martje Salje die erste Frau auf dem „Hochposten“. Gegen 45 Mittbewerber konnte sich der hübsche Blondschopf mit Norwegischen Wurzeln durchsetzten und hat seit dem 1. Januar 2014 den wohl anstrengensten Arbeitsweg in Münster. Ganze 298 Stufen lang ist der Gang die steile Wendeltreppe hinauf zu ihrem 15 Quadratmeter großen Turmzimmer. „Schwindelfrei sollte man schon sein“, sagt Martje, „schließlich stehen wir hier auf 75 Meter über der Altstadt.“ Täglich außer dienstags besteigt sie den Turm und bläst von 21.00 Uhr bis Mitternacht halbstündlich in alle Himmelsrichtungen mit dem Kupferhorn ein Zeitsignal. Wir wünschen ihr zur neuen Aufgabe alles erdenklich Gute – behalte stets den Überblick.

https://www.facebook.com/tuermerinvonmuenster

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