Der Mönchsweg

Moenchsweg_Klaus Herzmann 5Die alte Pilgerroute der Mönche begleitet auf familienfreundlichen Radwegen durch die einzigartige Postkartenidylle Schleswig-Holsteins zur Insel Fehmarn. Spannend bleibt’s dabei alle mal: So erleben wir hautnah wilde Indianeraufstände, Tausende von Flugvampiren aber auch seltene Feldsteinkirchen und verwunschene Seenlandschaften.

In Deutschland wie auch in den angrenzenden Nachbarländern wurden im Laufe der letzten Jahrzehnte alte traditionelle Pilgerwege neu entdeckt, beschildert und vermarktet. Der Mönchsweg ist einer von ihnen. Wobei alleine schon das auffällige Radwegeschild der „Offenen Kirche“ auf die Route einstimmt. Ab Juni 2014 wurde darüber hinaus das neue Teilstück von Bremen nach Wischhafen eröffnet und verlängert den Radweg nun auf stolze 530 Gesamtkilometer. Wir haben uns kurz vor besagtem Datum in den Sattel geschwungen und den Radweg von Glückstadt aus erfahren dürfen.

Zum Einrollen…

Das Geschrei der Möwen, wenn Fischkutter in den Hafen einlaufen, gehört zu Glückstadt wie der geschäftige Betrieb in seinen engen Gassen oder das ruhige Bild des Anglers vor dem alten Speicher. Hafenstadt, Einkaufsstadt, historische Stadt – und berühmt für den Glückstädter Matjes. Angesichts der Erholungssuchenden, die durch die gepflasterten Gassen strömen, geraten die Anfänge der Elbstadt gerne in Vergessenheit. „Geht es Glücklich so fort, so wird Glückstadt eine Stadt und Hamburg ein Dorf.“, der das 1616 zu hoffen wagte war König Christian IV von Dänemark. Nach Plan einer Festungsstadt angelegt, wollte er die Vormachtsstellung Hamburgs beenden. Wie man heute weiß, waren seine hochgesteckten Ziele nicht von Erfolg gekrönt. Der Nachwelt erhalten blieben: Die zwölf strahlenförmigen vom Marktplatz ausgehenden Straßenzüge und eine Vielzahl an restaurierten historischen Bauten. Sehenswert sind auch die Stadtkirche mit auffälligem Barockturm, das Rathaus und das Wasmer Palais. Wobei das Museum nebenan von alten Walfangzeiten erzählt. Und nur ein paar hundert Meter entfernt pflügen sich die Ozeanriesen von saftig grünen Elbmarschen umgeben durch die Elbe. Ausklingen lassen wir den ersten Tag bei einem Grog in der urgemütlichen Kneipe „Zur Alten Oper“ , deren geschnitzte Kassettendecke aus dem 17. Jahrhundert stammt und sonst auch nicht mit Unikaten aus aller Welt geizt.Moenchsweg_Klaus Herzmann 12Moenchsweg_Klaus Herzmann 1 Beschwingt steuern wir unsere Räder durch die Gassen, folgen dem Kanal und finden uns schnell an der Elbe wieder, die uns beständig den Weg ins benachbarte Borsfleth und Krempe weist. Immer wieder sind Gatter zu öffnen, pelzige Schaafherden ziehen indes unberührt durch die Wiesen. Der Radweg ist flach. So sehr, dass wir schon bald die Kirchturmspitze von Itzehoe ausmachen können. Die Gemeinde war bereits im Mittelalter ein wichtiger Knotenpunkt mehrerer Viehtriften. So entwickelte sich der Ort schnell zu einem wichtigen Umschlagplatz für Ochsen. Die wurden zunächst auf den üppigen Marschwiesen gemästet und dann auf dem Weg nach Hamburg verkauft. Von allen Sehenswürdigkeiten gefällt uns heute besonders die St. Laurentii-Kirche mit ihrer wunderschönen Orgel aus 1720. Und nicht weit entfernt liegt von der Außenwelt verborgen das Schloss Breitenburg. Ein heller und prachtvoller Renaissancebau inmitten idyllischer Landschaft. Dort wo vor Jahrhunderten die Mönche das Umland bewirtschafteten konnte sich unter Heinrich von Rantzau im 17. Jh. dieses Kleinod entwickeln. Die Keramikstadt Kellinghusen ist unser nächstes Ziel. Das an der Stör gelegene 800 Jahre alte Städtchen wurde erst bekannt, nachdem es 1760 das Privileg erhielt Fayencen herzustellen. Als echte Fayencen bezeichnet man eine aus dem vorderen Orient stammende bemalte Keramik, bei der die Malerei in die ungebrannte Glasur gemalt wird.

Moenchsweg_Klaus Herzmann 22Moenchsweg_Klaus Herzmann 23

Die Glasur selbst wird auf einen „geschrühten Scherben“ (erster Brand) aufgetragen. Die ist weißgetrübt durch Zinn- oder Zirkonoxid. Neben den Werkstätten in Kellinghusen laden die Ausstellungsräume des Museums zu Workshops ein, Tradition ist hier hautnah zu erleben. Untergebracht sind wir in der originellen Radlerherberge, wo Stina Lohmann alias Helga Frey, in traditioneller Tracht die Gäste empfängt. Auf dem Dach nisten die Störche und am Morgen sitzen die Gäste alle an „Einem“ großen reichlich gedeckten Frühstückstisch – das gefällt uns…

Was es zu sagen gilt…

Bodenständigkeit, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit – das zeichnet den Menschenschlag der Schleswig-Holsteiner aus. Bei der ersten Begegnung wirken sie vielleicht etwas verschlossen und zurückhaltend, sucht man das Gespräch erlebt man aber schnell den weltoffenen Charakter. Hier leben beinahe drei Millionen Menschen mit einer einmaligen Vielfalt an Sprachen und Kulturen. Die werden gehegt und gepflegt wie auch die Traditionen im Land zwischen den Meeren. Durch Felder und Wiesenlandschaften führt jetzt die Route geradewegs in ein Waldstück hinein, wo sich hinter dicken Buchen die kleine ökumenische Waldkapelle von Mönkloh versteckt.Moenchsweg_Klaus Herzmann 24Moenchsweg_Klaus Herzmann 14 Angesichts der herrlichen Ruhe drängt es uns nicht gleich zur Weiterfahrt: Verweilen, bevor wir uns nach Bad Bramstedt aufmachen. Früher war hier wie auch in Itzehoe ein bedeutender Ochsenumschlagplatz, wovon der Roland aus dem 17 Jh. vor dem Schloss zeugt.Moenchsweg_Klaus Herzmann 15Moenchsweg_Klaus Herzmann 25

Heute ist Bad Bramstedt eine Kleinstadt und Badeort, die den Aufschwung den 1880 entdeckten Solequellen verdankt. Schön Picknicken lässt es sich hier im Schlossgarten, den man über eine Holzbrücke erreicht. Zuvor aber verdient die Maria-Magdalenen-Kirche Aufmerksamkeit. Die ist auch gar nicht weit entfernt, man überquert einzig die Hauptstraße. Belohnung garantiert der einmalig geschnitzte Altar, der unter anderem den heiligen Jakobus mit der Jakobsmuschel in der linken Hand darstellt. Gemütlich und immer der vorbildlichen Wegweisung folgend radeln wir weiter über Großenaspe und Wahlstedt durch den großen Bad Segeberger Forst in den gleichnamigen Ort. Hier pflegen die Bürger mit großem Erfolg die weltberühmte Karl May Legende. Bereits die Fahrt hinauf zum Kalkfelsen erfreut sich einer bemerkenswerten Kulisse, rahmen die ältesten und schönsten Bürgerhäuser der Stadt ein. Dann erhebt sich dem Besucher der felsige Hintergrund von Pulverdampf vernebelter Kämpfe zwischen Rothäuten und Bleichgesichtern: Seit rund 60 Jahren bannen die Festspiele die Besucher.

Moenchsweg_Klaus Herzmann 27Moenchsweg_Klaus Herzmann 4

 

 

 

 

 

 

Die phantastische Kulisse ist allerdings von einem gewaltigen Höhlenlabyrinth untergraben – denn der Kalkberg ist eigentlich ein Gipsberg, der vor dem Status zum Naturschutzgebiet von Menschen wegen dem Rohstoff durchlöchert wurde. Heute tummeln sich dort Tausende von seltenen Fledermausarten, die man ebenfalls im anliegenden Noctalis Fledermauszentrum bewundern kann.Moenchsweg_Klaus Herzmann 26 Bei all dem Rummel um Winnetou, sollte man nicht die beeindruckende Marienkirche aus den Augen verlieren, die ist nämlich eine der bedeutendsten romanischen Bauwerke in Norddeutschland. Hier stempeln wir uns zum dritten Male unseren Mönchsweg-Pilgerpass in der Kirche ab, bleiben in der Unterstadt über Nacht, um tags darauf munter den Weg zum einzigen Kloster der Route zu erradeln.

Exkurs mit Überraschungen

Ein Abstecher von Bad Segeberg zum Benediktinerkloster Nütschau lohnt sich. Offen für Besucher aller Konfessionen bietet es nicht nur gutes Essen und eine Übernachtungsmöglichkeit, sondern auch echte Mönche. Dafür nehmen wir gerne das leicht hügelige Terrain in Angriff, das uns von Rotenhahn über Bebensee nach Tralau führt. Hier lohnt der Blick auf Schloss Tralau in der Gemeinde Travenbrück. Seit Jahrhunderten in Privatbesitz kann es leider nur von außen besichtigt werden.Moenchsweg_Klaus Herzmann 9 Eine erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1197. Der Name Tralau ist wendischen Ursprungs und lag im Mittelalter in der Grenzregion zwischen wendischen und sächsischen Gebiet, was mit einer Wallburg der Grenzsicherung diente. Wieder im Sattel stapfen wir zügig auf den nahe gelegenen Pilgerort Nütschau zu. Ursprünglich war der markante Hauptbau ein Herrenhaus aus 1577. Spirituelle Einflüsse erlebte das Gemäuer erst ab 1951, zahlreiche Umbauten folgten. Heute ist es ein Ort der Einkehr und Ruhe, Gesprächsrunden und Workshops, wo man gerne mehrere Tage verbringen möchte. Uns zieht es zeitlich bedingt aber zurück nach Bad Segeberg, damit zurück zur Hauptroute in einen neuen Abschnitt unserer Radreise.

Die Schweiz in Meeresnähe

Holstein, Teil des Bundeslandes Schleswig-Holstein, erstreckt sich innerhalb der natürlichen Grenzen von Nord- und Ostsee, Elbe und Eider. Das Gebiet zeichnet sich durch seine unverwechselbare Landschaft aus. Geest, Marsch, sanfte Hügel und Seenlandschaften natürlich auch ausgedehnte Wälder. Als schmale Landbrücke ist die Region mit maritimem Klima gesegnet. Wind und Wolken, Wechsel von Sonne und Regen – liefern ständig neue aufregende Sichtweisen. Aber bitte, wie kommt es zu dem Namen Holsteinische Schweiz? 1885 lockte ein Findiger Hotelbesitzer am Kellersee die Urlauber indem er sein idyllisch gelegenes Hotel „Holsteinische Schweiz“ nannte und so bewarb.

Moenchsweg_Klaus Herzmann 10Moenchsweg_Klaus Herzmann 2

 

 

 

 

 

 

In jener Zeit war es schick in die Schweizer Alpen zu reisen und Bergrücken zu erklimmen. Und weil es am Kellersee auch so schön war, hatte das Gasthaus seinen Namen, bald auch die Bahnstation und dann die ganze Region. Als ein Hügelland gespickt mit Seen aller Größen erleben wir es aus der Sattelperspektive. Unzählige Gäste, Wassersportler und Radfahrer tummeln sich in der warmen Jahreszeit am erfrischenden Nass einer von der Industrie noch unberührten Natur. Gemütliche Kilometer tragen uns nach Bornhöved, das durch die Schlacht vom Schauenburger Graf von 1227 berühmt wurde indem er mit seinen Getreuen die Dänen in die Flucht trieb. In jedem Winkel dieser Landschaften entdecken wir kleine Ortschaften und Städtchen – man fährt immer auf etwas zu. Eine gelungene Symbiose aus Historie und Gegenwart. Und es ist überraschend hügelig.Rund 800 Jahre ist es her, dass die schöne Feldsteinkirche in Bosau nach den Plänen des Kirchenbaumeisters Volchart aus Flandern erbaut wurde. Nebenan wurzelt die Dunkersche Kate, ein Fachwerkhaus aus dem 17. Jh.

Moenchsweg_Klaus Herzmann 6Moenchsweg_Klaus Herzmann 16

 

 

 

 

 

 

Früher wurden hier Handwerksarbeiten verrichtet, heute bieten wechselnde Ausstellungen und ein schöner Bauerngarten ganz andere Einblicke. Am Ende des Tages erreichen wir Plön, das malerisch auf einer Landzunge zwischen den Plöner Seen seinen Platz in der Geschichte findet. Herrlich überstrahlt das weiße Schloss, auch Wahrzeichen der Stadt, die Region. Und erst der Weitblick von der Sonnenterasse des Prunkbaus – grandios. Ab hier radeln wir direkt am See entlang. Wie auf einer Perlenschnur reihen sich die mit Reet gedeckten Dächer schmucker Häuser einander. Die oft inselartige Lage der durchradelten Ortschaften gab den Bewohnern schon damals Sicherheit und ein Auskommen. Ein harmonisches Miteinander, Jahrhunderte alte Wälder zum Jagen und fischreiche Seen zum Angeln. Timmdorf ist so ein Ort mit seinem hübschen Bootsteg.Moenchsweg_Klaus Herzmann 7Moenchsweg_Klaus Herzmann 18 Sie tuckern dahin, die weißen Schiffe der Ausflugsboote, an Schilfgürteln vorbei, Fische springen munter aus den Sonnen durchdrungenen Fluten, Libellen tummeln sich in Ufernähe, ein Eisvogel stürzt ins Wasser und kleine Gruppen von Sonnenhungrigen haben sich ein schönes Plätzchen zum Relaxen gesucht. An der Promenade von Bad Malente gibt uns der schattige Wald wieder frei. Die Gemeinde liegt auf einer Landbrücke zwischen dem Kellersee und dem Dieksee. Lange Zeit blieb der Ort klein und unbedeutend, was sich auch im Namen wieder spiegelt, denn Malente bedeutet klein. Erst 1866 mit Anbindung an das Bahnnetz und den verbundenen Kurgästen erwachte sie aus dem Dornröschenschlaf. Einzig der unansehnliche, Kreuzfahrtschiff ähnliche Betonblock, der sich aus der sonst so anmutigen Landschaft erhebt, ist unserer Meinung nach völlig deplaziert.

 

Wo es sich gut leben lässt

Der fein gekieste Radweg führt uns weiter nach Eutin. Die Residenz avancierte um 1800 unter Herzog Peter Friedrich zum „Weimar des Nordens“ und ist landschaftlich eingebunden zwischen dem kleinen und dem großen Eutiner See. Der alte Markt mit Rathaus, das Wasserschloss mit dem Schlossgraben sind hier die unbestrittenen Hingucker. Und ganz in der Nähe wurzelt seit 300 Jahren die knorrige Eutiner Hochzeitseiche. Früher ein Ratsplatz wurde sie in 19. Jh. zum Sammelpunkt heimlicher Liebesbriefe und stiftete so die erste Ehe. Auch heute noch steckt der Postbote an die Bräutigamseiche adressierte Briefe in ein Astloch, wo sie von Liebessuchenden entnommen werden können – ade Briefgeheimnis! Die Postadresse: „Bräutigamseiche, Dodauer Forst, 23701 Eutin“. Der nächste Höhepunkt auf dem Mönchsweg lässt nicht lange auf sich warten. Ein prächtiges Städtchen und Marktflecken, das in sinnvoller Ordnung zum umgebenen Land geschichtliches wie auch kulturelles Zeugnis einer reichen Vergangenheit belegt. Die Rede ist von Neustadt in Holstein. Ein Piratennest seinerzeit, eine Stadt, die dem mittelalterlichen Handelszentrum Lübeck Konkurrenz machen sollte – was natürlich angesichts der Machtansprüche kläglich scheiterte. Von den ursprünglich vier Stadttoren ist nur noch das Kremper Tor übrig geblieben, wo heute das Museum untergebracht ist.

Moenchsweg_Klaus Herzmann 13Moenchsweg_Klaus Herzmann 11

 

 

 

 

 

 

Am Marktplatz finden sich die schöne gotische Stadtkirche mit Schnitzaltar sowie das Rathaus. Und im Hafen liegt der alte Kornspeicher mit getrepptem Walmdach aus 1830. Berühmt ist die Stadt allerdings auch durch seinen Blaudruck, diese arbeiten noch mit zum Teil Jahrhunderten alten so genannten Modeln (Druckstöcke). In alter Handwerkskunst werden Muster und Blumenmotive auf Leinenstoff per Hand bedruckt. Am Hafen ist dann auch der Start für einen viel versprechenden Abstecher ins Umland zu den beeindruckensten Gutshöfen der Region. Der holsteinische Landadel im 18. Jh. war ursprünglich ein Bauernadel und entwickelte sich aus Dorffamilien, die mehr Land als ihre Nachbarn besaßen. Später wurde er zum gräflichen Lehnsadel.Moenchsweg_Klaus Herzmann 17 Die Wohnsitze waren in der Regel Wasserburgen oder lagen von Gräben umgeben an einem Wasserlauf. Gut Hasselburg, übrigens Drehort des Filmes „Das Erbe der Guldenburgs“, ist das herausragende Beispiel dafür und liegt in der Gemeinde Altenkrempe. Das Herrenhaus ist dicht bei den Wirtschaftsgebäuden. Dieses wurde um eine Hauptachse herum angelegt, die vom Herrenhaus zum Torhaus reicht und sich über den Hof hinaus in einer langen Allee fortsetzt. Links davon liegt der Getreidespeicher, rechts finden sich Kuhstall und Scheune. Berühmt ist auch das alljährlich stattfindende Musikfestival im Juli und August. Dem nicht genug steht in der Gemeinde die 1240 erbaute Backstein Kleinbasilika mit herrlichem Holzaltar. Auch Brodau auf unserem weiteren Weg schmückt sich mit einem schönen Gutstor bevor wir über Pelzernhaken nach Neustadt zurückkehren.

Endspurt nach Fehmarn

Den dichten Wäldern sind mittlerweile Felder und Wiesenlandschaften gewichen. Der Einfluss der nahen Ostsee nicht mehr zu leugnen. Wir folgen weiter der vorbildlichen Beschilderung, die uns in großen Schleifen nach Cismar führt. Ein Pilgerort für Kunstfreunde, was die Künstlerwerkstätten nur unterstreichen. Von dem alten ehemaligen Benediktinerkloster ist einzig die Kirche erhalten geblieben, die hinter ihren Mauern einen alten Reliquinschrein verbirgt. Wenige Pedalumdrehungen weiter liegt Grömitz, das größte deutsche Seebad. Rekordverdächtig: Der längste Strand, die längste Seebrücke auf der Sonnenseite der Lübecker Bucht – ein Eldorado für Wassersportler und Touristenmagnet. Noch mehr beeindruckt uns aber Oldenburg in Holstein und sein Wallmuseum.Moenchsweg_Klaus Herzmann 0 Hier schlendern Menschen in alten Gewändern wie vor Hunderten von Jahren umher. Rekonstruierte Fachwerkscheunen bieten realitätsgetreue Einblicke in das Leben und die Arbeitbedingungen einer slawischen Siedlung. Und rundherum umfassend ruht schützend die Wallburganlage. Unser Endziel rückt immer näher, Heiligenhafen mit seinem bekannten Seevogelschutzgebiet liegt noch dazwischen bevor sich die Fehmarnbrücke in den Fokus schiebt. Mit 963 Meter Länge überspannt diese seit 1963 den Fehmarnsund. Damit war schlagartig die Weltabgeschiedenheit der Insulaner zu Ende. Seit Jahrhunderten ist Fehmarn die Kornkammer Schleswig-Holsteins, bedeckt von wogenden Feldern auf dem fast waldlosen Eiland.Moenchsweg_Klaus Herzmann 20 Einzig verschiedene kleine Dörfer und die Kleinstadt Burg unterbrechen das Einheitsbild. Schon weithin sichtbar erhebt sich aus den um sie gescharten Häusern die gotische Nikolaikirche. Hier holen wir uns den letzten Stempel in unseren Mönchsweg-Pilgerpass und treten die letzten Meter nach Puttgarden an. Das bezeichnet sich gerne wegen dem Fährbetrieb nach Dänemark als „Tor zur Nordischen Welt“. Hier satteln wir zufrieden ab, die Gedanken schweifen zurück. Wir drei sind uns schnell einig. Die Radreise war mit einem Wort: Schön…

Infopaket-Mönchsweg

Anreise:

Bahn: Glückstadt liegt auf der Strecke Hamburg-Westerland und ist ebenso wie der
Zielpunkt Puttgarden direkt an das Netz der Deutschen Bahn angeschlossen.Beispiel: Von Köln mit 1 bis 2 x umsteigen ca. 5 Std. Radfahrer Hotline: 01805/ 151415 (0,14 €/ Min), Auskunft über Fahrradmitnahme- oder -versand.

Pkw: Aus Südlicher Richtung über die A1 Hamburg, B3 und B73 nach Glückstadt.
Über die A7 Richtung Flensburg auf die A23 Richtung Heide/Husum, Abfahrt
Hohenfelde direkt auf Glückstadt. Kostenfreie Parkplätze in Glückstadt (ohne
Garantie und Haftung) finden Sie im Hafen.

Reiseführer & Karten (fürweitere Infos Foto anklicken(Werbung)

Route

1 Glückstadt – Borsfleth – Krempe – Heiligenstedten – Itzehoe – Kronsmoor – Kellinghusen ca. 63 km

2 Kellinghusen – Bokel – Mönkloh – Bad Bramstedt – Großenaspe – Wahlstedt – Bad Segeberg ca. 69 km

3 Bad Segeberg – Daldorf – Bornhöved – Stocksee – Bosau – Plön ca. 54 km

3/1 Abstecher (Rundkurs) von Bad Segeberg nach Bad Segeberg über Kloster
Nütschau
Bad Segeberg – Rotenhahn – Bebensee – Tralau – Travenbrück – Vinzier –
Leezen – Schafhaus – Bad Segeberg ca. 55 km

4 Plön/ Bosau – Timmdorf – Bad Malente – Eutin – Gömnitz – Neustadt in Holstein ca. 53 km

5 Neustadt in Holstein – Altenkrempe – Cismar – Riepsdorf – Oldenburg in Holstein ca. 42 km

5/1 Abstecher (Rundkurs) Neustadt – zu den Gutshöfen zurück nach Neustadt
Neustadt – Rogerfelde – Sierhagen – Hasselburg – Altenkrempe – Beuslohe –
Brodau – Altenbek – Pelzerhaken – Neuenstadt ca. 27 km

6 Oldenburg in Holstein – Neukirchen – Heiligenhafen – Großenbrode – Landkirchen – Burg auf Fehmarn – Puttgarden ca. 59 km

Gesamtstrecke: ca. 340 km/ Incl. 2 Abstechern (82 km) ca. 422 km

Was gibt’s zu entdecken:
Glückstadt: Historischer Marktplatz, Rathaus, Stadtkirche, Am Hafen, Wasmer Palais, Krempe: Historisches Rathaus, St. Peter Kirche, Itzehoe: St. Laurenti-Kirche, Wenzel-Hablik-Museum, Historisches Rathaus, Theaterbau
Kellinghusen: Museum, St. Cyriacus-Kirche, Töpfermarkt, Mönkloh: Waldkapelle, Bad Bramstedt: Schloss mit Park, Rolandstatue, Maria-Magdalenen-Kirche,Bad Segeberg: Karl-May-Spiele, Fledermauszentrum, St. Marienkirche, Wasserturm, Kunsthalle Otto Flath, Travenbrück, Tralau (Abstecher3/1): Kloster Nütschau, Schloss Tralau,Bosau: Dunkersche Kate, St. Petri-Kirche, Plön: Schloss Plön, Parnass Turm, Nikolaikirche, Planetenpfad, Seenplatte, Bad Malente: Promenade, Kurpark, Wildgehege, Heimatmuseum, Eutin: Marktplatz, Wasserschloss und Garten, Historische Innenstadt, Neustadt in Holstein: Stadtkirche, Kremper Tor, Pagodenspeicher, Brückengeldeinnehmehaus, Hafen, Altstadt,Sierhagen, Hasselburg, Brodau, Altenkrempe (Abstecher5/1): Historische Gutshöfe, Basilika Altenkrempe, Cismar: Kloster Cismar, Haus der Natur, Oldenburg in Holstein: Wallmuseum, Wallburganlage, St. Johannis Kirche, Heiligenhafen: Gotische Backsteinkirche, Historische Altstadt, Salzspeicher, Burg auf Fehmarn: Meereszentrum, Heimatmuseum, St. Nikolai Kirche, Rathaus, Puttgarden: Fährverbindungen, Wasservogelreservat in Wallnau

Streckencharakter
Der Mönchsweg ist vorbildlich und durchgehend von Glückstadt bis zum Ziel in Puttgarden beschildert. Überwiegend trifft der Radreisende dabei auf gut ausgebaute, beinahe steigungsfreie Rad- und Wirtschaftswege sowie ruhige Landstrassen. Somit ist die Radtour auch Familien mit kleineren Kindern sehr zu empfehlen.

Übernachtungsempfehlung

Glückstadt: Pension am Hafen, Tel.: (04124) 4906, www.pension-am-hafen.de
Kellinghusen: Radlerherberge „Am Mönchsweg“, Tel.: (04822) 70462, www.am-moenchsweg.de
Bad Segeberg: Hotel Residence, Tel.: (04551) 965-0, www.hotel-residence-online.de
Plön/ Bosau: Haus Schwanensee, Tel.: (04527) 99700, www.schwanensee.com
Neustadt: Ostseehotel EOS, Tel.: (04561) 51333, www.hotel-eos.de
Oldenburg in Holstein: Hotel Teichwiesenhof, Tel.:(04361) 5083880, www.teichwiesenhof.com
Fehmarn: IFA Fehmarn Hotel, Tel.: (04371) 890, www.ifa-fehmarn-hotel.de

Weitere Infos
Mönchsweg e.V.
Tel.: (04351) 88055 73
www.moenchsweg.de

FacebooktwitterredditpinterestlinkedinmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedinmail
FacebooktwitterlinkedinrssyoutubeFacebooktwitterlinkedinrssyoutube

3 Kommentare zu „Der Mönchsweg

  1. moin, moin, Herr Herzmann,
    danke für die informative mail. In der Zwischenzeit hatte ich bereits 1o Magazine „Radtour“ gekauft, und im letzten Urlaub
    im Weserbergland, verteilt.
    Ich bin damit einverstanden, dass man auf meiner Webside Ihren Link
    findet, nur leider weiss ich nicht wie das geht. Mein Computerhelfer
    Sohn hat im Moment ganz andere Pläne, er heiratet noch vor Weihnachten. Später werde ich mit ihm darüber verhandeln, wie wir es
    machen. Schöne, besinnliche Feiertage wünscht Helga Frey

  2. einen fröhlichen guten morgen und herzlichen dank für die motivation.
    direkt nachdem wir den weserradweg beendet hatten wurde dieser *moenchsweg* bremen eröffnet. steht nun auch auf dem programm und weiter werd ich querlesen hier. adressen für übernachtung mit radsicherung ist auch wichtig für uns, danke!
    ist das setzen von einem link hierher in ordnung für dich wenn ich beginne eine oder diese tour zu planen?
    adventsgrüsse von der kelly

    • Hallo Kelly,

      herzlichen Dank für Deine Mail – Verlinken wäre nett !!! 🙂

      Wünsche Dir auch eine schöne Adventszeit und einen guten Rutsch in 2015

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.