Touren rund um die Edelsteinstadt Idar-Oberstein Teil I

IMG_0141Im Herzen von Rheinland-Pfalz liegt der Hunsrück. Wo einst der legendäre Schinderhannes auf Beutezug durchs Mittelgebirge streifte, wartet heute nicht minder spannend eine Vielzahl von traumhaften Routen auf den ambitionierten Radfahrer. Märchenhafte Wälder, romantische Burgen und schmucke Dörfer gilt es zu erkunden. Eine einzigartige Naturlandschaft – ein Geheimtipp.

Das Tal wird enger, die dicht bewaldeten Hänge steiler, das Rheinische Schiefergebirge zeigt sein unverwechselbares Gesicht. Hier liegt der Ausgangspunkt für unsere Radtouren rund um die Edelsteinstadt Idar-Oberstein. Zur rechten plätschert die Nahe. Wir machen die ersten Radfahrer aus, die bei Sonnenschein sich der herrlichen Umgebung erfreuen. Umrahmt bleibt die Region von den Flüssen Mosel, Nahe, Saar und Rhein, die diesem Standpunkt zusätzlich Attraktivität verleihen. Inmitten blickt die Kleinstadt auf eine bewegte 1000jährige Geschichte zurück. Eine Geschichte von Burgherren, Schlossbesitzern und natürlich den Edelsteinschleifern, die mit ihrer bis heute einzigartigen handwerklichen Fertigkeit die Menschheit verzaubert.

Zum einrollen
Von den ersten Sonnenstrahlen wach geküsst liegt das berühmte Wahrzeichen der Stadt im Morgenlicht. Die Felsenkirche. Sie entstand durch Wirich IV von Daun-Oberstein. 1482 ließ er auf den Fundamenten der „Burg im Loch“ die heute protestantische Kirche erbauen. Erst war diese Burg eine Wehranlage der Herren von Stein und Zufluchtsstätte für die Bewohner der Siedlung im Tal.Edelsteinroute_Klaus Herzmann18Edelsteinroute_Klaus Herzmann1 Die große Naturhöhle des „oberen Steins“ an der Nahe gab Oberstein seinen Namen. Die Felsenkirche ist heute für Besucher durch einen in der Neuzeit angelegten Felstunnel zugänglich. Ein unbedingtes Muss mit einer prächtigen Sicht über die Stadt. Darüber gelegen stehen die Reste der Burg Bosselstein, linker Hand thront das Schloss Oberstein. Wir drehen der anmutigen Kulisse den Rücken, treten kräftig in die Pedale zu unserem ersten Rundkurs. Am Bahnhof steht gut sichtbar der Wegweiser an die Nahe. Wir überqueren einen Bach, ein kurzer Anstieg folgt und schon sind wir inmitten saftigem Grün. Das asphaltierte Band schlängelt sich durch eine Wiesenlandschaft bis zum Fluss. Ein Farbtupfer in blau überspannt diesen, lässt uns trockenen Rades weiterziehen. Die ersten Kilometer gestalten sich einfach und flach. Über Enzweiler und Niederbrombach erreichen wir sicher Birkenfeld. Mit seinem Schloss und dem Schellenmann in Bronze, der früher die Bekanntmachungen im Dorf ausrief. In Oberhambach befüllen wir am Sauerbrunnen unsere Trinkflaschen mit bestem kostenfreiem Mineralwasser und stampfen bergauf nach Hattgenstein zum Aussichtturm, der eine wunderbare Fernsicht garantiert.

Bergab sausen wir nun in den Leiseler Wald, rauschen geschwind zum römischen Grabhügel. Überall sind große Infotafeln angebracht, die den interessierten Besucher über Geschichte und Hintergrund informieren. Langsam schließt sich wieder der Kreis, wir kommen nach Tiefenstein, dem Einfallstor nach Idar-Oberstein.

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Bei der historischen Weiherschleife wird uns die Kunst des Edelsteinschleifens gezeigt, nur ein Vorgeschmack auf das was folgt…

Die ganze Welt der Edelsteine
Schauplatz waren gewaltige vulkanische Aktivitäten. Mächtige brodelnde Lavaströme in dessen Inneren sich gasbedingt Blasen bildeten. Diese Einschlüsse kondensierten und bildeten z.B. Kieselsäure, die sich in Jahrmillionen zu herrlichen Naturwundern wie Amethyste, Rauchtopas, Achate und Japsis entwickelte. Den rechten Eindruck erhält man in der Edelsteinmine Steinkaulenberg. In ganzer Vollendung allerdings dürfen wir die Kostbarkeiten im deutschen Edelsteinmuseum bewundern, wo es in einer sprichwörtlich „brillanten“ Ausstellung viel Kostbares zu sehen gibt. An dieser Stelle sei gesagt, dass von jeher die Edelsteinschleifkunst fest in der Hand der Hunsrücker lag, diese Handwerker mit einem strikten Reiseverbot belegt wurden, dass bloß niemand über die Grenze Einblick in die Fertigkeit erhält. Und das sollte nicht die einzige Besonderheit in der Region bleiben.

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I

Infopaket Edelsteinroute

Anreise
Flugzeug: Der Flughafen Frankfurt-Hahn ist ca. 31 km von Idar-Oberstein/Göttschied entfernt.
Bahn: Köln – Idar-Oberstein ca. 3-4 Stunden, München – Idar-Oberstein ca. 6 Stunden, Hamburg – Idar-Oberstein ca. 8 Stunden, Berlin – Idar-Oberstein ca. 8-9 Stunden
Auto: Eine Anreise mit dem eigenen Fahrzeug bietet sich an, da es sich bei allen Routen um Rundwege von und nach Idar-Oberstein handelt.
Von Norden/Süden über die A61, Ausfahrt Waldlaubersheim und Bad Kreuznach und die B41 nach Idar-Oberstein. Von Westen/Benelux/Frankreich über die A1/A62, Ausfahrt Idar-Oberstein. Die B41 verläuft von West nach Ost durch das Naheland.

Reiseführer & Karten (für weitere Infos Foto anklicken)(Werbung)

Route

1.) Idar-Oberstein-Naheradweg- Enzweiler- Kronweiler- Niederbrombach-Birkenfeld-Gollenberg-Oberhambach-Hattgenstein-Kirchweiler-Tiefenstein- Idar-Oberstein ca. 60 km

2.) Idar-Oberstein-Naheradweg-Nahbollenbach-Weierbach-Fischbach-Niederhosenbach-Herrstein-Göttschied- Idar-Oberstein ca. 40 km

3.) Idar-Oberstein-Naheradweg-Kirn-Hahnenbach-Bundenbach-Rhaunen-Weitersbach-Stipshausen-Schauren-Kempfeld-Tiefenstein-Idar-Oberstein
ca. 70 km

Gesamtstrecke: ca.170 km

Was gibt’s zu entdecken

Route 1.)

Frauenberg: Ruine Frauenburg
Birkenfeld: Schloss, Oldenburgische Kaserne, Landesmuseum, Schellenmann, Burgruine
Oberhambach: Sauerbrunnen
Hattgenstein: Aussichtsturm mit fantastischem Blick ins Umland
Leiseler Wald: Römischer Grabhügel
Tiefenstein: Historische Weiherschleife, Edelsteinschleiferei Eckhardt
Idar-Oberstein: Deutsches Edelsteinmuseum, Edelsteinmine Steinkaulenberg, Felsenkirche, Industriedenkmal Jakob Bengel, Museum Idar-Oberstein, Burg Bosselstein (Ruine)

Route 2.)

Fischbach: Historische Kupfermine mit Führungen
Herrstein: Historisches Ortskern, Schinderhannesturm, Galerie Handwerk mit Wechselausstellungen, Heimatkundliches Museum, Fachwerkensemble, Uhrturm, Schlosskirche
Idar-Oberstein: Schloss Oberstein und siehe Route 1

Route 3.)

Kirn: Kyrburg mit Deutschlands größtem Whiskymuseum, Innenstadt mit Marktplatz
Hahnenbach: Schloss Wartenstein, altes geschiefertes Fachwerk-Rathaus, steinerne Bogenbrücke, Kapelle
Bundenbach: Schiefergrube Herrenberg mit Führungen, Burgruine Schmidtburg im Hahnenbachtal, Keltensiedlung Altburg
Rhaunen: Fossilienmuseum
Stippshausen: Evangelische Kirche mit Stummorgel, Skulpturenpark, Gerwertsmühle
Tiefenstein/Idar-Oberstein: Siehe Route 1 und Route 2

Streckencharakter

Der Hunsrück ist recht hügelig, daher empfiehlt sich eine gute Kondition.
Allerdings bietet in Kürze die Touristinformation in Idar-Oberstein E-Bikes zum Verleih. Somit wird auch weniger trainierten Personen das Fahren wesentlich erleichtert. Meist führen die drei Routen über gut ausgebaute Rad-, Wirtschafts- und geteerte Waldwege. Verkehrsreiche Straßen bleiben die Ausnahme.

Übernachtungsempfehlung

Hotel Amethyst Idar-Oberstein
Tel. 067 81 700 01
www.gaestehaus-amethyst.de

Weitere Infos

Tourist-Information der Stadt Idar-Oberstein
Hauptstraße 419
55743 Idar-Oberstein
Tel.06781- 5639-0
www.idar-oberstein.de

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