Sterntouren um Kulmbach Teil I

Kulmbach-Foto Klaus Herzmann 28Im Herzen von Oberfranken liegt die Stadt Kulmbach am Main. Auch abseits des Mainradweges überrascht die einladende Bierbrauerstadt mit wunderbar markierten Radwegen.

Hier trifft man noch auf malerisch unberührte Landschaften, schier endlose Wälder, in denen klare ungezähmte Bächlein munter dahinplätschern. Der Reiz unserer ausgewählten Touren findet sich in den idyllischen Ruheoasen und einer Vielzahl zeitlos schöner Dörfer wieder. In den historisch gewachsenen Städten hingegen – wo gepflegte Tradition und Moderne kein Widerspruch sind – warten unzählige kulturelle wie auch kulinarische Sinnesfreuden. Kulmbach, ein mit bedacht gewählter Ausgangspunkt, wo Genussradler keinerlei Anlaufzeit benötigen, um sich auf spannende Tage im Sattel einzustimmen.

Auftakt in der Marktgrafenstadt

Markttag in Kulmbach bedeutet: Rings um den Marktbrunnen drängen sich dicht an dicht Händler mit ihren Ständen. Vom Verkäufer Oberfränkischer Wurstspezialitäten über das üppig bunte Angebot des Blumenhändlers bis hin zu dem rundlichen Herren, der seine schönen Bierkrüge anbietet.Kulmbach-Foto Klaus Herzmann 27Kulmbach-Foto Klaus Herzmann 12

Letzteres ist auch essentiell wichtig – denn die Stadt am Weißen Main gelegen zelebriert im Bierbrauen ihre bemerkenswerte Tradition. Sie rühmen sich der Landstrich zu sein, mit der höchsten Dichte an Brauereien – Weltrekord. Genaueres zeigt sich im Brauereimuseum um die Ecke, das die Bedeutung des „flüssigen Goldes“ versinnbildlicht. Nicht weniger stolz sind die Kulmbacher auf ihr Wahrzeichen die Plassenburg – die liegt hoch über der Stadt.Kulmbach-Foto Klaus Herzmann 19 Und ist Frankens bedeutendste Schlossburg. Im Stil der Renaissance geschaffen, geht das wehrhafte Bollwerk auf das Jahr 1135 zurück und erhielt im 16. Jh. ihr heutiges Gesicht. In ihren meterdicken Mauern hat die größte Zinnfigurensammlung der Welt mit 300.000 Einzelfiguren ihren Platz gefunden. Rekordverdächtig zeigt sich auch die hübsche Innenstadt mit dem herrlich begiebelten Rathaus aus 1752. Einen vorerst letzten Blick auf deren gelblich getünchte Rokokofassade, schon zirkeln wir über Kopfsteinpflaster der ersten Tour entgegen. Die führt uns in Richtung Weißmainquelle und auf dem ausgeschilderten „Steinach-Rodach-Radweg“ nach Stadtsteinach.

 

 

Dort geht die Beschilderung in „KU 3“ über und lenkt uns an der Schneidmühle vorbei in die wildromantische Steinachklamm. Schroff aufragende Felsen, zu deren Füssen sich ein Bächlein schlängelt – hier zeigt sich die Landschaft gänzlich als Kulisse. Dann weitet sich das Tal wieder. Der asphaltierte Wirtschaftsweg führt mäßig steil bergan nach Kupferberg.

 

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Im 14. Jh. war die Gemeinde einer der bedeutendsten Bergbaugebiete Europas. Bis zu 2.000 Bergleute gruben sich durchs Gestein auf der Suche nach Kupfer und anderer Mineralien. Anschaulich wird die Epoche im hiesigen Bergbaumuseum dokumentiert, dem wir interessiert einen Besuch abstatten. Durch den Luftkurort Wirsberg, welcher in punkto Spitzengastronomie Berühmtheit erlangt, steuern wir zurück zum Mainradweg, der uns zielsicher zum Ausgangs- und Endpunkt in Kulmbach führt.

Über sanfte Hügel zu mächtigen Burgen

Der Rote und Weiße Turm der Altstadt liegt noch verschlafen im Morgenlicht als wir unsere Räder besteigen. Mit leichtem Tagesgepäck rollen wir hinunter zum Main, wo wir mit der „KU 8“ den richtigen Weg nach Kauernburg einschlagen. Bei jeder Pedalumrundung hinauf bis nach Gumpersdorf eröffnen sich uns spektakuläre Fernsichten ins Umland.Kulmbach-Foto Klaus Herzmann 9Kulmbach-Foto Klaus Herzmann 15

Wir rasten, genießen die unendliche Ruhe, bevor es uns weiter nach Lehenthal zieht. An der schmucken Dorfkirche verwickeln uns drei ältere Damen in ein Gespräch und zeigen sich äußerst interessiert an unserer Erzählung. Genüsslich pedalieren wir über sanfte Hügel durch den Ziegelhütter Forst schmucken kleinen Dörfern entgegen. Höferänger, Höfstätten oder Veitlahm, so steht’s auf den Ortsschildern. Die letzte Gemeinde bietet sich zum Ausflug zum benachbarten Aussichtsturm Patersberg „Schau Dich um“ an mit garantiert grandiosen Weitsichten.Kulmbach-Foto Klaus Herzmann 18Kulmbach-Foto Klaus Herzmann 5

Der Zwischenstopp in Wernstein ist ebenso lohnenswert. Die Höhenburg aus dem 14. Jh. ist eine der schönsten in Oberfranken. Kunstvoll gearbeitete Reliefe, halbrunde Türme und ein beeindruckendes Wappen geschmücktes Haupttor lassen erahnen, welche Macht im Mittelalter von diesem Ort ausging, der bis in die Neuzeit im Familienbesitz weilt.

 

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Rasant geht’s auf der „KU 8“ weiter bergab nach Mainleus, das mit einem Sprung in den Badesee zur Abkühlung einlädt. Wir hingegen versprechen uns angenehmes „Cool Down“ im einladenden Biergarten vom Kummunbräu, den wir erst zu später Stunde verlassen.

Infopaket Sterntouren um Kulmbach

Anreise

Bahn: Kulmbach liegt verkehrsgünstig angeschlossen an dem Netz der Deutschen Bahn uns ist mühelos mit 1-2 Mal umsteigen aus ganz Deutschland erreichbar.
Auto: Eine Anreise mit dem eigenen Fahrzeug bietet sich an, da es sich bei allen Routen um Rundwege von und nach Kulmbach am Main handelt.
Kulmbach erreicht man problemlos über die A70 via Bayreuth.

Reiseführer & Karten (für weitere Infos Foto anklicken)(Werbung)

Route

1.) Kulmbach-Kauerndorf-Stadtsteinach-Mittelhammer-Triebenreuth-Maierhof-Möhrenreuth-Kupferberg-Wirsberg-Untersteinach-Kulmbach ca. 55 km

2.) Kulmbach-Kauernburg-Gumpersdorf-Lehenthal-Höferenger-Niederdobrach-Hofstätten-Veitlahm-Wernstein-Kulmbach ca. 30 km

3.) Kulmbach-Mainleus-Willmersreuth-Witzmannsberg-Dörfles-Buchau-Pöhl-Wüstendorf-Lopp-Gundersreuth-Proß-Katschenreuth-Melkendorf-Kulmbach ca. 40 km

4.) Kulmbach-Seidenhof-Katschenreuth-Krumme Fohre-Kasendorf-Thurnau-Limmersdorf-Langenstadt-Dreschen-Unterzettlitz-Melkendorf-Kulmbach ca.50 km

Gesamt: ca. 175 km

Was gibt’s zu entdecken

Route 1

Kulmbach: Plassenburg, Roter und Weißer Turm, Brauerei- und Bäckereimuseum, Historisches Rathaus mit Marktplatz, Badhaus, Schlösslein, Stadtkirche, u.v.m.
Stadtsteinach: Steinachklamm, Schneidmühle, Burgruine Nordeck,
Kupferberg: Bergbaumuseum
Wirsberg: Kaiserdenkmal mit schöner Aussicht

Route 2

Kulmbach: Siehe Route 1
Lehenthal: Hübsche Dorfkirche
Veitlahm: Wasserfall, Aussichtsturm Patersberg
Wernstein: Burganlage Wernstein

Route 3

Kulmbach: Siehe Route 1
Willmersreuth: St. Andreas Kirche
Buchau: Schloss Buchau
Steinenhausen: Schloss Steinenhausen
Melkendorf: St.-Aegidius-Kirche

Route 4

Kulmbach: Siehe Route 1
Seidenhof: Naherholungsgebiet Mainaue
Steinenhausen: Zusammenfluss von Rotem und Weißem Main
Krumme Fohre: Kunstwerk „Tornado“-Mittelpunkt Oberfrankens
Kasendorf: Überreste keltische Ringwallanlage
Thurnau: Schloss Thurnau mit Schlossweiher, Töpfermuseum, Marktplatz mit schönem Dorfbrunnen
Limmersdorf: Uralte Tanzlinde

Streckencharakter

Oberfranken ist generell hügelig. Wobei die meisten Anfahrtswege der Rundkurse entlang dem Main flach zu beradeln sind. Wir empfehlen ein bergtaugliches Trekkingrad mit 24-Gang-Kettenschaltung/Rohloff oder ein Mountainbike mit leichter profilierter Bereifung. Klare Vorzüge bei den Anstiegen bieten Elektroräder. Größtenteils führen die vier beschriebenen Routen über gut ausgebaute Wirtschaft/ Radwege, verkehrsberuhigte Straßen und befestigte Waldwege.

Übernachtungsempfehlung

Hotel Kronprinz Kulmbach
Fischergasse 4-6
95326 Kulmbach
Tel: 09221-92180
www.hotel-kulmbach.eu

Weitere Infos

Tourismusinformation
der Stadt Kulmbach
Sutte 2
95326 Kulmbach
Tel.: 0 92 21 / 95 880
www.kulmbach.de

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