Trekking in den Siebenbürgischen Karpaten Teil II

Rumänien-Klaus Herzmann14Europas wilde Weiten. Bei den Begriffen Transsilvanien und Karpaten denken viele sofort an den berühmten Grafen Dracula. Dass diese Region aber auch viele wunderbare Trekkingtouren für den Wanderer bereithält, davon konnten wir uns bei einem Besuch selbst überzeugen…

Auf zu neuen Zielen – im Land des Grafen Dracula

Transsilvanien, die Karpaten, wer assoziiert mit diesen Schlagworten nicht spontan den Herrschaftsbereich des Grafen Dracula. Legende oder Wirklichkeit? Wenn man sich dem sagenumwobenen Törzburg (Bran) nähert, sollte man sich für alle Fälle genügend Knoblauch in die Tasche stecken. Fühlt man der Geschichte allerdings gründlich auf den Zahn, so erfährt man, dass es der walachischer Fürst Vlad Tepes gewesen ist, lebendig weit grausamer als nach seinem Tode.

Rumänien-Klaus Herzmann29Rumänien-Klaus Herzmann4

 

 

 

 

 

Ein Tyrann, ebenso ein unbarmherziger Blutsauger der zwischen Hermannstadt und Kronstadt im 15. Jh. sein Unwesen trieb. Das Urschloss in Bran diente der Filmindustrie als romantische Romanvorlage, deren Gruseleffekt bis heute weltweit berühmt ist – was die unzähligen Reisebusse nur unterstreichen. Weitaus ruhiger und beschaulicher ist unsere nächste Trekkingtour in den Weiten des Nationalparks Königstein.

Völkerverständigung auf Rumänisch

In den rumänischen Südkarpaten, im Südwesten Transsilvaniens, liegt die zweitgrößte Gebirgskette Europas: Das Piatra-Craiului oder auch der Königstein genannt. Es eröffnen sich dem Naturfreund eine Vielzahl an Möglichkeiten – von der Tageswanderung bis zu Mehrtagestouren.Rumänien-Klaus Herzmann17Rumänien-Klaus Herzmann51

 

 

 

 

 

Wir entscheiden uns für den Ausgangspunkt in Zarnesti und eine Zweitageswanderung auf die Cumatura Hütte. Vor dem Start besorgen wir uns im Touristoffice der Gemeinde die Genehmigung – und schon geht’s los. Ein senkrecht blauer Streifen markiert den Track. Durch ein Fichtenwäldchen stapfen wir leicht bergan, im Focus die weißen Grade des berühmten Königsteins. Dazwischen gurgeln munter kleine Bächlein zu Tale, bis wir die Diana-Lichtung auf 1510 m Höhe ausmachen.Rumänien-Klaus Herzmann50Rumänien-Klaus Herzmann10Wir sind sprachlos, angesichts der wunderbaren Fernsicht in das Törzburger Land. Ein letzter Abstieg schon ist das Ziel erreicht. Wir suchen uns einen Schlafplatz in der Hütte, vertilgen unser Travellunch und sind rundum glücklich. Unwissend was der nächste Tag an Überraschungen bereithält. Der Rückweg verläuft zügig und wir rasten an einem kleinen Gehöft, als uns ein älterer Herr in der Landessprache anspricht. Es stellt sich heraus, dass sein Sohn Iomut – er soll später noch dazukommen – vor Jahren ausgezogen ist um von der Globalisierung zu profitieren. Nur 20 Kilometer von unserem Heimatort in Deutschland entfernt arbeitet er als Saisonarbeiter im Forst. Die Freude ist beiderseits riesengroß. Wir werden eingeladen zu bleiben und finden unser Nachtlager im romantischen Heubett über dem Stall.Rumänien-Klaus Herzmann16Rumänien-Klaus Herzmann53

 

 

 

 

 

Die Mutter kocht das traditionelle Gericht der Region „Bulz“ – ein Maismehlknödel, ähnlich der Polenta mit selbst gemachtem Käse aus Kuh- und Ziegenmilch überbacken. Wir sind begeistert angesichts der uns entgegengebrachten Gastfreundschaft.Rumänien-Klaus Herzmann54 Der Abschied fällt schwer und wir versprechen in Kontakt zu bleiben. Noch auf der Rückreise nach Deutschland werden unsere Gedanken von den vielen grandiosen Eindrücken beherrscht. Zum einen waren es die wild romantischen Trekkingtouren durch unberührte Natur, aber auch die aufregenden Städte in Siebenbürgen, die wir so schnell nicht vergessen werden…

Infopaket Trekking in den Siebenbürgischen Karpaten

Anreise

Bus: Zwei mal wöchentlich von verschiedenen deutschen Städten nach Brasov (Kronstadt). Beispiel: Von Frankfurt/ Main aus – Fahrzeit ca. 22 Std., www.buslinie-mayer.de.

Flugzeug: Mehrmals wöchentlich Flüge von Frankfurt/Main nach Sibiu (Hermannstadt) und weiter mit dem Zug 3.Std. nach Brasov (Kronstadt).

Auto: Von Frankfurt, Passau über Linz und Wien in Österreich nach Budapest in Ungarn weiter nach Sibiu (Hermannstadt)/Rumänien zum Ziel in Brasov (Kronstadt) ca. 1700 Km – Fahrzeit ca. 20 Stunden (Autobahnvingetten der einzelnen Länder nicht vergessen – ADAC).

Währung

Rumänischer Leu
1 Euro = 4,5 RON Stand Juli 2015Rumänien-Klaus Herzmann33 Mit allen gängigen Karten kann Geld aus dem Bankomaten gezogen werden.

 

 

 

 

Reiseführer & Karten (für weitere Infos Foto anklicken)(Werbung)

 

Charakter

Die Karpaten im sagenumwobenen Transsilvanien sind ein noch weitgehend von Touristenströmen verschontes Trekkingparadies. Die Ausschilderung ist vorbildlich! Es empfiehlt sich wegen der steilen Anstiege eine gute Kondition ebenso eine gute Ausrüstung und Trittsicherheit. Die Wetterverhältnisse vor Beginn unbedingt abklären, da die Region für ihre Wetterumschwünge (sommerliche Hochgewitter mit Blitzgefahr aber auch Hagel und Nebel) bekannt ist.

Routen

Trekking im Bucegi Gebirge: Ausgangspunkt Busteni (885 m) – Jepilor Valley – Caraiman Chalet (2025 m) – Babele Chalet (2200 m) ca. 5 Std. (Übernachtung)
Babele Chalet – Baba-Mare-Gipfel – Sugarilor Sattel und weiter zum Omul-Gipfel (2505 m) ca. 3 Std.
Rückweg über Heroes Cross – Caraiman Chalet ca. 4 Std. (evtl. Übernachtung) und Abstieg nach Busteni. Routen beliebig erweiterbar.

Trekking im Nationalpark Piatra Craiului/Königstein: Ausgangspunkt Zarnesti (750 m) – Poiana Diana – Curmatura-Hütte (1440 m) ca. 7 Std. Es gibt unzählige Tourenmöglichkeiten – siehe Nationalparkzentrum.
Eintritt Nationalpark 7 Tage: 5 Leu, Kinder unter 14 Jahre frei.

Sicherheit

Durch die Karpaten streifen Bären und Wölfe, die man aber nur sehr sehr selten zu Gesicht bekommt. Weitaus gefährlicher ist der Straßenverkehr – wir haben weltweit noch nie so rücksichtslose Auto und LKW Fahrer erlebt wie in Rumänien!!!

Ausrüstung

Wer eine Trekkingtour in den Karpaten plant sollte sich auf jede Wetterlage einrichten. Trekkingstiefel und eine Wind und Regen abweisende Jacke gehört ebenso in den Rucksack wie ein Gas-/Benzinkocher und ein Zelt. Bei Gaskocher empfiehlt sich die Mitnahme der Kartuschen (bei Anreise mit dem eigenen Fahrzeug). Auch ein „Erste Hilfe Paket“ sollte nicht fehlen.

Beste Reisezeit

Trekkingtouren empfehlen sich in den Monaten zwischen Mai-Oktober.

Infos

Rumänisches Touristenamt, Reinhardtstr. 47, 10117 Berlin
Tel: 0049 (0) 30 602 64 622, www.rumaenien-tourismus.de
www.romania.travel
www.rumaenien-info.at
www.pcrai.ro

FacebooktwitterredditpinterestlinkedinmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedinmail
FacebooktwitterlinkedinrssyoutubeFacebooktwitterlinkedinrssyoutube

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.