Expedition West Papua Teil III

West Papua Klaus Herzmann122Woran erkennt man, dass ein Land noch weitgehend Touristisch unerschlossen ist: Genau, es gibt noch keine Postkarten! Für Hendrik, den Schweizer Beat und mich war das der Grund wieso wir unbedingt dieses Land bereisen wollen. Grandiose Landschaften, abenteuerliche Begegnungen aber auch eine Flut an Eindrücken machen West Papua zu einem Reiseziel der besonderen Art. Und wie wir auf einer einsamen Insel mit Fliegerbombe und Kokosnüssen umgehen erfahrt ihr hier…

Sentani, immer wieder Sentani

Wieso wir nicht direkt aus dem Hochland von Wamena zum nächsten Sehnsuchtsort fliegen können liegt auf der Hand. Die geschäftstüchtige Airline. Denn wir müssen vor dem nächsten Ziel immer wieder zurück nach Sentani. Dort gibts das neue Ticket wohin auch immer… Geplant ist jetzt ein Flug zu den Korowai, den Waldnomaden, ein indigenes Volk die ihre Behausungen in den Bäumen bauen. Allerdings, so sagt man uns sei der Rückflug noch nicht buchbar und schwierig was soviel bedeutet wie: Wenn wir Pech haben und der Rückflug nicht machtbar ist, ist unser Flug in 10 Tagen nach Europa ebenfalls futsch. Das Risiko erscheint uns zu hoch. Wir planen um und fliegen mit der nächsten Maschine auf die Insel Biak. Wir besorgen uns eine Unterkunft, was nicht schwer fällt, erkunden die Gegend, laufen über den Markt wo überall Betelnüsse angeboten werden die eine stark berauschende Wirkung haben sollen. Hier geht es zum Video West Papua-Klaus Herzmann Video 8

West Papua Klaus Herzmann145West Papua Klaus Herzmann146Wir brauchen auch nicht lange vor Ort, bis Matthias vor unserer Tür steht und sich als Guide anbietet. Wir vereinbaren den Aufenthalt auf einer kleinen vorgelagerten Insel von Biak. Er würde sich um ein Boot kümmern und uns dorthin begleiten. Das eilt nicht, so mieten wir uns erst einmal Mopeds und sausen über die Insel. Wir entdecken wunderbare Küstenorte, kleine Pfaldörfer wo wir uns lange aufhalten.

West Papua Klaus Herzmann120West Papua Klaus Herzmann98West Papua Klaus Herzmann110West Papua Klaus Herzmann116 Zwei Tage später treffen wir erneut Matthias, der uns in den Hafen begleitet wo wir gemeinsam das Boot besteigen. Eine Stunde brettern wir über das türkisblaue Meer ohne genau zu wissen, wo die Reise hingeht.West Papua Klaus Herzmann153West Papua Klaus Herzmann163

 

 

 

 

 

Einmal wie Robison leben – oder die spannende Frage wie kommen wir an die Kokusnuss

Immer öfter tauchen aus dem nichts kleine Inselchen auf die viel Lust darauf machen einige Tage fernab jeglicher Zivilisation abzuhängen.

West Papua Klaus Herzmann162West Papua Klaus Herzmann117 Dann endlich taucht unser kleines Iland auf. Weißer, unberührter Strand breitet sich aus – wir sind entzückt. Wir legen an, schaffen die Rücksäcke und den Proviant aus der Nussschale ins trockene. Nur etwas stört uns. Eine riesiger völlig verrosteter Gegenstand von der größe und Umfang einer ausgewachsenen Zuchtsau liegt unter einer Palme. Bei näherem betrachten entpuppt die sich Ding als Fliegerbome aus dem zweiten Weltkrieg. Neuginea war in den Kriegswirren ab dem 23, Januar 1942 ein strategisch wichtiger Ort im Pazifikkrieg. Heiß umkämpft, da die Japaner die Region unter Kontrolle hielten. Überbleibsel ist bis heute der Blindgänger. Und da Matthias ein lebenslustiger Typ ist meint er auch nur: „No Problem my Friends – Bomb is not working anymore“ läuft zum Boot, winkt und fährt mit dem Bootsmann davon.

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Vier Tage haben wir eingeplant. Den Preis für die Fahrt haben wir noch nicht bezahlt, es könnte ja durchaus sein dass man uns vergisst. Solange die Jungs aber noch Geld zu bekommen haben ist die Rückreise gewiss. Wir richten uns im neuen Zuhause ein. Hendrik spannt seine Hängematte auf und gönnt sich erst einmal ein Mittagsschläfchen.

West Papua Klaus Herzmann150West Papua Klaus Herzmann149Beat und ich erkunden „Unsere Insel“. In 10 Minuten sind wir einmal rundherum. Felsig und üppiges Grün in der Mitte, aussen herum ein wunderbarer breiter Streifen weißer Sand mit Kokospalmen. Davor funkelnd türkisblau das Meer. Wenn das nicht der Himmel auf Erden ist, was den sonst? Wir fühlen uns frei, gehen baden, angeln und blicken immer wieder auf die Kokospalmen mit den dicken Nüssen. Nur wie kommen wir da hoch? Die Einheimischen legen sich eine Schlaufe um die Füsse und besteigen die Palme so wie wir im Lebensmittelmarkt eine Mango kaufen. Aber Hendrik wäre nicht Hendrik wenn er als Extremebergsteiger nicht eine Lösung parat hätte. Sitzgurt, Sicherheitsschlaufe, Rebschnüre – dann gehts langsam „Bauman“. Unter lautem krachen purzeln die Riesennüsse zu Boden. Was für ein Geschmack und erst die Milch – einfach nur köstlich. Nur das Angel haut nicht hin, vielleicht ein falscher Köder, wer weiß das schon so genau am Ende der Welt.West Papua Klaus Herzmann123West Papua Klaus Herzmann147West Papua Klaus Herzmann148

 

 

 

 

 

 

Zum Frühstück backen wir uns frisches Fladenbrot, die übrigen Mahlzeiten füllen wir mit leckerem Travellunch auf. Beat hat eben den Fischtopf Rügen gezogen – das bei 35 Grad im Schatten und auf einer der einsamen Inseln West Papuas. Globalisierung kann manchmal ganz schon grausam sein…

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Der Tag der Abreise rückt näher. Wir packen alles zusammen, verlassen den Ort so wie wir ihn vorgefunden haben. Die Bombe hat keine Probleme gemacht. Wieder sitzen wir im Boot auf unserer rasanten Rückfahrt nach Biak. Den Tag darauf geht es zurück nach Sentani. Langsam neigt sich die Reise dem Ende zu. Wir fliegen noch einmal an die Küste nach Merauke, eine Region deren Umland aussieht als wäre man in Australien. Wallabys (kleine Kangaroos) springen durch den Busch, eine unglaublich schöne Landschaft. Zurück in Sentani genießen wir in einem einfachen Restaurant den letzten Abend, verschlingen auf der Strasse auch den letzten Pan Cake mit viel Schokoladensauce bevor wir tags darauf in den Flieger steigen und den Heimweg antreten. Nach vielen Stops landen wir wieder in Frankfurt. Was für eine Reise, was für ein Team und wieder einmal mehr glücklich darüber, wie frei und ungezwungen wir uns doch als Europäer entgegen anderen bewegen dürfen…

Infoblock Expedition West Papua Teil III

Anreise: Flug mit Emirates über Jakarta – und vielen anderen langen Stopps. Wir waren rund 35 Stunden unterwegs.

Reiseliteratur/ Karten (für mehr Infos einfach Bild anklicken)(Werbung)

Einreiseformalitäten

Visum gibt es direkt am Flughafen Jakarta. Dann in den Domestikterminal wechseln und Weiterflug nach Sentani antreten.

Gesundheit

Am Ende der Welt hat man am besten alles dabei was man bei einem Aufenthalt in den Tropen benötigt. Am besten einen Tropenmediziener kontaktieren!
Malariaprophylaxe ist zu empfehlen.
Wichtige Adressen: www.tropeninstitut.de  www.tropeninstitut.at  www.reisemed.at

Sicherheit

…schwierige Frage! Wir hatten, abgesehen von einigen Herren die uns sehr aufdringlich eine Tour verkauften wollten keine Probleme. Unbedingt, vor jeder Fahrt, Dienstleistung den Preis notieren. Denn plötzlich verlangt man nach der Tour gerne schon mal das 10fache vom mündlich vereinbarten. Ansonsten gilt wie überall: Augen aufhalten, nicht mit Geldbündeln wedeln usw. Wir haben auch ganz andere Sachen gehört, wo Reisende attackiert wurden. Aber bitte, was ist heute noch sicher?

Sprache

Englisch in den Städten, im Hochland in den Steinzeitdörfern werden für uns unverständliche Dialekte gesprochen.

Geld

Am Bankomat Geld abheben mit EC und Kreditkarte möglich.

1 Euro – 15 267 Ruphia (IDR) Stand Oktober 2015

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1 Comment on “Expedition West Papua Teil III

  1. Was für eine „Gefühl – …sex… – plosion“ in mir. Danke dir, Klaus. Wunderbare Zeit, unvergesslich, unbezahlbar, einmalig. Da zerrt man ein Leben lang davon. Wie die Kameradschaft zu dir.

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