Trekking im Königswinkel FüssenTeil II

Allgäu-Foto Klaus Herzmann28Überaus reich an landschaftlichen Schönheiten, aber auch mit einer Vielzahl an kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten gesegnet ist der Ostallgäu – ein Idyll am Alpenrand. Eine echte Bilderbuchlandschaft: Mit dutzenden von Seen, sattgrünen Alpwiesen, Märchenschlössern und Steinriesen, die augenblicklich die Wanderlust wecken. Als Ausgangsort haben wir Füssen gewählt das sich auch auf Teil II prächtig anbietet das Umland zu erkunden…

Darf es etwas mehr sein?

Bevor wir die nächste Route unter die Sohlen nehmen wenden wir uns einigen der Kulturschätze in Füssen zu. Die Erkundungstour beginnen wir am hohen Schloss. Auf den Grundfesten einer mittelalterlichen Burg entstand das imposante Bauwerk, das im 1500 Jh. als Sommerresidenz den Augsburger Bischöfen diente. Von ganz besonderem Rang präsentiert sich der wunderbare Rittersaal, wo einst die Meister ihres Faches eine wunderbare Kassettendecke schnitzten. Tipp: Über den Wehrgang in den Wachturm gehen – es erwartet den Besucher ein grandioser Blick auf den Lech, die Altstadt und das nahe Umland.

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Etwas unterhalb gelegen zeigt sich das ehemalige Benediktinerkloster St. Mang. Und nur unweit entfernt weist die verwitterte Inschrift auf einem „steinalten“ Torbogen darauf hin, dass hier das südliche Ende der Romantischen Strasse gelegen ist, die in Würzburg ihren Anfang nimmt. Wir schlendern entspannt durch die mit Kopfsteinpflaster durchwirkte Altstadt, wo malerische Giebelhäuser dicht gedrängt stehen. Laufen zum Brunnen der Lautenbauer und freuen uns insgeheim aber schon wieder darauf, in die Höhe zu steigen und den wunderbaren Landschaftspanoramen zu frönen. Doch welche Tour soll es sein? In Anbetracht der vielen Möglichkeiten entscheiden wir uns für die Zirmgrat-Runde.

Allgäu-Foto Klaus Herzmann15Allgäu-Foto Klaus Herzmann26Die startet vom Weißensee aus und führt über eine Vielzahl an kleinen Waldbergen hin zu Schloss Falkenstein. Der höchstgelegenen Burgruine Deutschlands. Eigentlich verläuft die Route gegen den Uhrzeigersinn, uns gefällt es andersherum jedoch besser.Zunächst wandern wir unspektakulär über einen breiten Schotterweg hinauf zur Salober Alm. Einzig ein Schild macht dort darauf aufmerksam, dass hier die Grenze zu Österreich verläuft. Der Blick zurück schweift über den tiefer gelegenen Alatsee. Der berühmt wurde durch den kultigen Kluftinger-Krimi „Seegrund“ des Autorenduos Klüpfel/Kobr. Augenblicklich ändert sich nun das Landschaftsbild.

Allgäu-Foto Klaus Herzmann11Allgäu-Foto Klaus Herzmann17Wir durchschreiten auf schmalen Pfaden den Forst. Klettern über umgestürzte Bäume und sind immer wieder angetan von den grandiosen Fernsichten ins Tal. Mit dickem Moos überzogene Baumriesen und Wurzeln, dazu das Wind- und Schattenspiel zwischen den Bäumen – dies erinnert an einen Feenwald.

Allgäu-Foto Klaus Herzmann14Allgäu-Foto Klaus Herzmann32Erst dort, wo uns üppiges Grün gänzlich freigibt, stehen wir auf dem schmalen Grat. Holzbänke laden zum Rast ein und dann erst die Panoramen – unbeschreiblich schön.

Landschafsbilder im Kopf

Zu fortgeschrittener Zeit und so manchem Auf und Ab zeichnet sich die Silhouette einer Ruine ab. Die entpuppt sich auf dem Höhengrat als die der Burg Falkenstein. Nicht nur die Aussicht auf das Vilstal und die Tannheimer Berge beflügeln unsere Fantasien, sondern auch einst die des Märchenkönigs Ludwig II.

Allgäu-Foto Klaus Herzmann13Allgäu-Foto Klaus Herzmann9Der wollte hier ein Pandon zu Neuschwanstein erbauen. Der „Königsweg“ war bereits fertig gestellt. Doch dann verstarb der Regent. Und ein gewaltiger Blitzschlag anno 1898 ließ vom ehemaligen Palas der Augsburger Bischöfe und späterem Raubritternest nicht viel übrig. Heute liegt zu den Füßen ein romantisches Burghotel mit Besucherterrasse ebenso eine stimmungsvolle Felsengrotte mit Marienstatue. Wir steigen jetzt ab nach Rossmoos, das uns den Weg entlang dem Weißensee zurück zum Ausgangspunkt der Route zeigt.Kulturschätze, denen heute ganz selbstverständlich alljährlich unzählige Menschen zuströmen, führten zu König Ludwigs Zeiten Bayern an den Rand des Staatsbankrottes. Heute ist es kaum mehr vorstellbar, dem Ostallgäu ohne seine famosen Schlösser zu begegnen, die sich in atemberaubenden Landschaftsbildern wieder spiegeln. Davon zeugt wie keine andere Route auch die Drei-Schlösser-Runde.Allgäu-Foto Klaus Herzmann3Allgäu-Foto Klaus Herzmann6Auf den Spuren der bayerischen Könige, von Schloss zu Schloss wandeln. Den Kalvarienberg hinauf mit seinen vielen kleinen Kapellchen bis auf die Aussichtsplattform mit wunderbarem Rundumblick. Schwansee, Alpsee, in der Ferne Neuschwanstein und Hohenschwangau – alles wie gemalt. Verschlungene Wege führen uns über den bekannten Luftkurort Bad Faulenbach dann wieder zurück zum Hohen Schloss in Füssen. Hier enden unserer Wandertage im Königswinkel Ostallgäu. Aber bei Leibe noch nicht die vielen Wandermöglichkeiten in der Region. Deshalb haben wir uns vorgenommen schon bald wieder diese traumhafte Gegen per Pedes zu erkunden. Das nächste mal vielleicht mit der ganz neuen „Wandertrilogie Allgäu“ – aber das wird eine ganz andere Geschichte…

Infopaket Trekking im Königswinkel Füssen Teil II

An-/Abreise
Bahn: Füssen ist günstig an das Netz der Eisenbahn angebunden. Über die Fernbahnhöfe München und Augsburg ist die Stadt mühelos erreichbar. Weitere Infos: Kostenlose automatische Fahrplanauskünfte unter (0800) 1507090. Pkw: Die Stadt Füssen erreicht man problemlos über die Bundesautobahn A7.

Literatur/ Karten (Für mehr Infos auf Bild klicken) (Werbung)

Beste Reisezeit

Die schönste Zeit den Ostallgäu per Pedes zu entdecken ist der Frühling, Sommer und Frühherbst. Außerhalb dieser Zeit kann – vor allem auf den Hochplateaus – noch Schnee liegen.

Ausrüstung

Wer Trekkingtouren im Ostallgäu plant sollte sich auf unterschiedlichste Wetterlagen einrichten. Trekkingstiefel und eine Wind/Regen abweisende Jacke gehört ebenso in den Rucksack wie eine Trinkflasche, kleines Erste Hilfe Paket, Sonnencreme, Sonnenbrille sowie ein Snack.

Charakter

Wanderungen im Königswinkel versprechen reizvolle Naturerlebnisse bei jedem Schritt. Dabei bietet sich ein Netz an Touren an, was seines gleichen sucht. Von der einfachen Wanderung bis zum alpinen Klettersteig ist die Region auch für unterschiedlich konditionierte Menschen geeignet. Die beschriebenen Touren verlangen eine durchschnittliche Fitness. Aber auch hier ist teilweise Trittsicherheit gefragt und eine angemessene Ausrüstung sollte unbedingt dazugehören.

Routenvorschläge

1.) Drei-Schlösser-Runde: Schwierigkeit mittel, Länge ca. 15 km, Aufstieg rund 800 Meter, ca. 5-6 Std. Sie gilt als Wanderung der bayerischen Könige von einem Schloss zum nächsten mit wunderbaren Panoramen.
2.) Tegelbergrunde+Besteigung Branderschrofen: Schwierigkeit mittel (optional Besteigung Brandschofen hin u. zurück 1 ½ Std. – Trittsicherheit gefragt), Länge ohne Abstecher ca. 17 km, Aufstieg rund 1300 Meter, ca. 7 Std. Tipp: Von der Tegelbergbahn startet der Wanderweg, deren erster Anstieg man aber auch mit der Gondel zum Plateau überbrücken kann. Info: www.tegelbergbahn.de, Tegelberghaus, Bleckenau und zum Abschluss der Blick von der Marienbrücke auf Schloss Neuschwanstein.
3.) Zirmgrat-Runde: Schwierigkeit mittel, Länge ca. 13 km, Aufstieg rund 800 Meter, 5 Std., Fernsichten und die Krönung der Route durch Deutschlands höchstgelegene Burgruine Falkenstein versprechen grandiose Naturerlebnisse.

Darüber hinaus wirbt die Region mit der Wandertrilogie Allgäu – „Im Dreiklang mit der Natur“. Auf rund 876 Streckenkilometern in drei Höhenlagen kann man nach Herzenslust die Naturkulisse erkunden.

Übernachtung

Dreimäderlhaus
Pfrontenerstraße 43
87629 Füssen – Weißensee
Tel.: 083 62/ 919 00
www.dreimaederlhaus.de
Weitere Übernachtungen: www.fuessen.de/wandern/wandergastgeber

Infostelle

Füssen Tourismus und Marketing, Tel. 08362/9385-0, www.fuessen.de

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