Soonwaldsteig – Teil II

Der Soonwaldsteig bietet dem Naturfreund auch auf dem zweiten Abschnitt der Wanderung ein Füllhorn an Überraschungen die keinerlei Wünsche offen lassen. Prächtige Burgen gehören da ebenso dazu wie die herrlichen Landschaftsbilder die einen zügig den Alltag vergessen lassen.

Wir steigen hinab ins Tal. Überqueren via Holzbrücke den rauschenden Hahnenbach und folgen der perfekten Ausschilderung zum Teufelsfels mit Aussichtsturm. Die Fernsicht ist phänomenal, die Relaxliegen aus Holz darunter einfach nur entspannend. Die Landschaften, ebenso die unendliche Ruhe, ergreifen Besitz von mir. So sehr, dass ich einfach wegdöse. Wir sind mitten im Lützelsoon – einem der einsamsten Abschnitte auf dem Soonwaldsteig. Der Höhenzug bringt uns auf felsigem Untergrund zum nächsten Abstieg ins beschauliche Simmerbachtal. Schweißtreibende Anstiege und Absteige gehen hier Hand in Hand über bis wir Gemünden erreichen. Urwüchsig und spannend führt der Track nun zu einer Abbruchkante, die doch etwas Trittsicherheit abverlangt. Dicke bemooste Steine zwischen Buchen und Eichen geben dem Ort etwas Märchenhaftes.

 

 

 

 

 

Wir sind auf dem Großen Soon, der uns geradewegs die Richtung zur Ruine Koppenstein weist. „Des Hunsrücks Wahrzeichen sollst Du sein, grauer trotziger Koppenstein“, besagt die Infotafel. Knappe 60 Stufen führen nach oben, grandiose Aussicht garantiert. So geht es weiter im Naturreigen gespickt mit zu Stein gewordenen Zeitzeugen.

In geschätzter Regelmäßigkeit tauchen sie einfach aus dem Nichts auf – zeitlos – von den Betrachtern bestaunt wie auch die Alteburg beweist. Kein Wunder, dass die in Deutschland selten gewordene Wildkatze die Region ihr Zuhause nennt. Mit dem Ellerspring und seinen stolzen 657 Metern haben wir dann auch die höchste Erhebung auf dem Soonwald gemeistert. Begleitet vom munter dahinplätschernden Gräfenbach wandern wir nun beschwingt zum Naturschutzgebiet der Glashütter Wiesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine riesige Offenfläche, umgarnt von Wald mit herrlich altem Baumbestand und wogendem Gras. Hier lassen wir uns für eine ausgiebige Rast nieder. Trinken, Essen, Ausruhen und die Natur inhalieren.

Immer in Richtung Rhein

Immer wieder halten wir inne und schießen ein Foto zur Erinnerung. Sagenumwoben mutet der Wald an mit seinen sumpfigen Arealen, den bemoosten Bäumen und den Singvögeln, die darin munter von Ast zu Ast springen. Es geht wieder einmal bergauf. Wir überqueren geschwind eine Landstrasse und steuern den Schanzenkopf an. Ein Aussichtspunkt folgt dem nächsten. Denkt man, man hätte so nahe am Ziel schon alles gesehen wird man schnell eines besseren belehrt. So verfliegen die Tage. Über das Naturschutzgebiet Katzenkopf, ein Ort wo sich der Wald völlig selbst überlassen wird, steuern wir das „Hochsteinchen“ an. Ein weiterer Aussichtsturm. Hat man erst die Aussichtsplattform erreicht, so scheinen hier die Rotorenblätter der Windräder zum Greifen nahe. Schenkt man der Wanderkarte nun glauben, so geht’s jetzt nur noch bergab bis nach Rheinböllen, wo wir uns bereits über eine heiße Dusche in der Unterkunft freuen. Nach einer geruhsamen Nacht und einem stärkenden guten Frühstück gehen wir die letzte Etappe auf dem Soonwaldsteig an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dafür wandern wir hinab ins Guldenbachtal, unterqueren eine Strasse und laufen geradewegs in den Binger Wald hinein. Der Kandrich, eine Erhebung, ist schnell gemeistert, bevor wir zwei Stunden später die Lauschhütte erreichen. Hier gibt es ein Forsthaus, das ausgehungerten Wanderern zu neuer Energie verhilft. Wir ziehen allerdings weiter zum Jägerhaus mit seiner danebenliegenden Steckeschlääferklamm im Morgenbachtal. Hier haben sich Künstler in Form von geschnitzten Kobolden, Hexen und Waldgeistern in den Wurzeln der Bäume verewigt.

Dazwischen fließt der Haselbach – wunderbar. Entlang dem Morgenbachtal folgen wir talwärts und genießen die letzten wildromantischen Waldmomente auf dem Soonwaldsteig. Der Weg wird schmal, felsig und ist teilweise mit Seilen gesichert, was einen Hauch von Alpinem Flair erahnen lässt. Dann liegen sie vor uns: Burg Reichenstein und Burg Rheinstein. Letzteren statten wir einen langen Besuch ab. Das obere Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz gehört seit 2002 zum UNESCO-Welterbe – zu Recht wie wir finden.

 

 

 

 

 

Wir schlendern durch den Burggarten dieser Spornburg, erklimmen die höchsten Türmchen und sind entzückt von der grandiosen Aussicht. Dann zieht es uns weiter des Weges über den Damianskopf auf den Prinzenkopf. Unter uns liegt Bingen am Ufer des Rheins. In der Ferne thront auf der gegenüberliegenden Seite das Niederwalddenkmal inmitten herrlicher Weinberge. Unter uns liegt der berühmte Mäuseturm wo sich nur unweit entfernt die Nahe mit dem Rhein vereint. Was für eine Kulisse, was für eine großartige Tour, die wir so schnell nicht vergessen werden.

Infobox

Charakter
Ob Wegweisung, Streckenführung oder kulturelle Leckerbissen am Wegesrand – der Soonwaldsteig bietet auf rund 86 Kilometern ungetrübtes Wandervergnügen für Jung und jung Gebliebene. Trinkwasser: Auf ca. 40 Kilometern der Wegstrecke im Lützelsoon und im Großen Soon berührt der Steig keine Siedlungen – deshalb ausreichend Flüssigkeit mitführen!

Bücher und Karten

Beste Reisezeit
Der Soonwaldsteig ist ganzjährig bewanderbar. Jede Jahreszeit bietet dabei ganz besondere Einblicke in die Natur.

Anreise

Mit der Bahn nach Kirn: Regional-Express-Linie RE3 Saarbrücken-Frankfurt, Regio-Linie RB 33 Mainz-Türkismühle, Regio-Linie RB 65 Bingen-Kaiserslautern. Fahrplanauskunft unter: 01801/766766; www.rnn.info

Mit dem Auto nach Kirn:
Von Norden und Süden kommend: Über die A61 bis Waldlaubersheim/Bad Kreuznach und weiter auf der B41 zum Ziel.
Von Westen kommend: Über die A1 und die A62 bis Ausfahrt Birkenfeld und weiter über die B41 nach Kirn. Kostenfreies Parken in Kirn: Möglich im Bereich der Kreuzung Kallenfelser Strasse/ Berger Weg.

Rücktransport: Die Nahelandtouristik bietet nach Vereinbarung via Shuttel auch den Rücktransport von Bingen nach Kirn an.

Ausrüstung
Auf dem Soonwaldsteig kann auf Wunsch ein Gepäcktransport organisiert werden (siehe Infos). In den Tagesrucksack gehören neben Erste Hilfe Tasche, Sonnencreme und Regenschutz ebenso der Tagesproviant und eine Trinkflasche. Leichte Wanderschuhe mit Profilsohle sind völlig ausreichend. Für die Camper: Die Organisatoren stellen drei Trekkingcamps in Alteburg, Ellerspring, Ochsenbaumer Höhe zu Verfügung (siehe Infos). Darüber hinaus bieten die Ruine Schmidtburg und die Lauschhütte Zeltplätze an.

Infos

NAHELAND-TOURISTIK GMBH, Tel. 06752 1376 10; www.naheland.net, www.hunsruecktouristik.de; www.soonwaldsteig.de

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