El Salvador – Tanz auf dem Vulkan

El Salvador – auch der „Däumling“ Zentralamerikas genannt – ist das kleinste Land des Subkontinents. Zu bieten hat es aber über die Maßen viel: Herzliche Menschen, mehr als 50 noch aktive Feuerberge und so wunderbare Städte wie Santa Ana, dessen ganzer Charme sich rund um den Plaza mit Kathedrale, dem Teatro Nacional ebenso dem Rathaus zeigt. Für ein paar Tage habe ich das Land von Guatemala aus bereist, den Vulkan Ilamatepec bestiegen…

El Salvador übersetzt bedeutet soviel wie „Der Erlöser, der Heiland“ und stößt mit seinen Grenzen an Honduras, Nicaragua und Guatemala. Fünfzehn Jahre sind vergangen, als ich das Buch „Der Fussballkrieg“ von dem polnischen Journalisten Ryszard Kapuscinski in einer Nacht verschlungen habe. Es beschreibt die kurze aber heftige Auseinandersetzung zwischen Honduras und El Salvador in den 70ger Jahren. „Was muss das für ein Land sein.“, fragte ich mich damals und dachte nicht im Taum daran diesen Teil der Welt jemals zu bereisen.

Die Einreiseformalitäten verliefen völlig unproblematisch. Abgesehen davon, dass wir im Minibus eine Amerikanerin hatten, deren Aufenthaltsgenehmigung überschritten war und sie es einfach nicht einsehen wollte, wieso der Grenzbeamte genau jetzt Stress machte. Das kostete das nette Pärchen aus Mexiko und mich mal eben 1 1/2 Stunden extra – Entschuldigung Fehlanzeige – Amerika First!!!

Santa Ana ist neben der Hauptstadt San Salvador die zweitgrößte Stadt im Land. Quirlig, bunt und mit reichlich Kulturgütern gesegnet lässt es sich schon ein paar Tage aushalten und ist darüber hinaus Ausgangspunkt für die Besteigung des Ilamatepec.

Luis, der Betreiber des Hostels, in dem ich untergekommen bin, gab mir nach meiner Frage nach der Wanderung zu verstehen, dass wir das gerne gemeinsam machen könnten. Am Morgen darauf fuhren wir 40 Minuten zum Ausgangspunkt und er machte keinerlei Anstalten, dass wir aufbrechen würden. Bei Nachfrage meinte er das wäre nur mit Guide zu machen – wegen der Sicherheitslage – und es kämen noch ein paar andere Wanderer. Ich auf 180! Immer selbst organisierend verlässt man sich einmal blind auf jemanden und dann das. Es kamen noch zwei Schulklassen und ein bunter Mix aus Menschen aller Länder.

Nach 10 Minuten kamen wir zum Eingang: Hütte besetzt mit 2 Offiziellen, die von jedem 6 US Dollar verlangten. Eine kleine Gruppe deutscher Studenten und ich liefen dann dem ersten Guide hinterher – auf ausgetrampeltem Weg. Hier und da stand jemand mit einer Pumpgun…für unsere Sicherheit klar. Immer wieder stoppten wir, weil die andere nicht hinterher kamen. Irgendwann liefen wir einfach vorbei und waren wenigstens die Ersten am Kraterrand. 2.381 Meter, die Aussicht genial. 2005 ist der Ilamatepec zum letzten Mal ausgebrochen und stieß dabei eine 10.000 Meter hohe Rauchsäule aus.

Für den Abstieg waren wir uns schnell darüber einig, dass wir nicht auf den Guide warten und einfach loslaufen…so hatten wir noch einige schöne Fotostopps, wie den Blick auf den 1.950 Meter hohen Izalco. Im Nachhinein war ich froh darüber, dass ich oben stand. Im Vorfeld richtig aufgeklärt über den Ablauf der Wanderung wäre ich wohl nie losgegangen. Auf jeden Fall ist El Salvador ein Land, in dem ich gerne einmal wieder unterwegs sein möchte…aber jetzt geht’s erst einmal zurück nach Guatemala und weiter nach Belize in die Karibik.

 

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