Peru – Trekking im sagenumwobenen Reich der Inka

Peru ist geprägt von der geheimnisvollen kulturellen Vielfalt der Inkas, der atemberaubenden Schönheit seiner Landschaften, die wie geschaffen sind, um sie auf Trekkingrouten zu erkunden. Wann, wenn nicht jetzt, dachten wir und haben uns einen langgehegten Traum in der Welt der Anden erfüllt.

 

Am Anfang einer Reise stehen die Bilder – typische, symbolische Bilder. Indigena in bunt bestickter Tracht vor einer Inkamauer und natürlich die großartige kontrastreiche Vielfalt in den Zentralanden. Überwältigende Landschaften wie aus der Farbpalette eines Impressionisten entsprungen. Wüste, Nebelwald, Hochgebirge. Landschaften in denen der Mensch sich erst einmal behaupten musste. Indianervölker breiteten sich dort aus, entwickelten Hochkulturen, den beinahe perfekten Zivilisationsstaat der Inka – den Pizarros Mannen im 16. Jahrhundert im Handstreich eroberten.

 

 

 

 

Zum Ruhme Spaniens wird geraubt, zerstört, gemordet und bekehrt. Die indianischen Völkerschaften unterworfen und ausgebeutet – Jahrhunderte lang. Das Reich der Inka ist vor einem halben Jahrtausend an die Conquista untergegangen und lebt doch in den Nachfahren fort, im geistigen Kosmos der Quechua und Aymara. Nicht ohne Grund erfreut sich heute Peru unter Reisenden großer Beliebtheit. Besonders bei denjenigen, die gerne auf Trekkingtouren diesen einmaligen Fleck auf der Weltkarte erkunden möchten.

Punktlandung in Lima

Das Wiedersehen, also die Familienzusammenführung am Hauptstadtflughafen in Lima ist überwältigend. Perfektes Timing! Denn Manuela und Laura starteten von Frankfurt aus in die Südamerikanische Metropole. Und ich machte mich zeitgleich von einer langen Fotostrecke durch Guatemala, El Salvador, Belize und Honduras aus auf den Weg zur gemeinsamen Weiterreise.

 

 

 

 

Lima ist das politische kulturelle Zentrum des Landes mit einem Potpourri an Sehenswertem. Bequem besteigen wir am Morgen den Bus und fahren zum Plaza de Armas im Herzen der Stadt. Hier erwarten uns nicht nur die berühmte Kathedrale bei Sonnenschein, sondern auch der Erzbischöfliche Palast, der Palacio de Torre Tagle, und die UNESCO geadelte Klosterkirche San Francisco aus dem Jahre 1673. Wir lassen in einem Straßencafé den südamerikanischen Flair auf uns wirken, bevor wir gestärkt mit dem berühmten Museo Oro del Peru fortfahren.

 

 

 

 

Uns erwartet eine Zeitreise durch alle Epochen. Besonders die umfangreiche Goldausstellung im Keller mit ihrer herausragenden Goldschmiedekunst versetzt uns schnell in Staunen. Den Tag darauf besteigen wir erneut den Flieger, der uns über die atemberaubende Gipfelwelt der Anden in das Kernland der andinen Kultur nach Cusco befördert.

Mittelpunkt der Erde

Cusco bedeutet aus der Inkasprache übersetzt soviel wie „Nabel der Welt“. Für die damaligen Andenbewohner war es der Mittelpunkt des Inkareichs.

 

 

 

 

Es reichte von Ecuador bis Chile von Meereshöhe bis hinauf zur Schneegrenze. In ihrer Blütezeit war Cusco mindestens so mächtig – und wahrscheinlich reicher als das alte Rom.

 

 

 

 

Da wundert es kaum mehr, dass die berühmte Stadt in der Gegenwart auch zum Nabel des Peru-Tourismus wurde. Beim ersten Bummel durch die Altstadt über die unzähligen grob behauenen gepflasterten Gassen erreichen wir den Plaza de Armas, wo einst die bedeutendsten religiösen und militärischen Zeremonien stattfanden. Damals, so lesen wir, war der Platz wesentlich größer und hieß „Huacaypata“ (Platz des Kriegers).

 

 

 

 

Heute wurzelt in dessen Mitte ein Brunnen mit vergoldeter Statue. Ringsum: Da zeigt sich die imposante Kathedrale, Iglesia Jesús Maria, die Iglesia El Triunfo, und die Jesuitenkirche La Companía sowie Arkadengängen und Kolonialbauten mit hübschen bunten Balkonen davor.

 

 

 

 

Darüber hinaus lohnt die Wanderung hinauf zur Sacsayhuaman – der mysteriösen Inka Ruine. Dafür laufen wir mit ausreichend Trinkwasser im Rucksack durch San Blas, Cuscos malerischstes Viertel. Es geht steil bergan und bei knapp 3.400 Metern zählt sowieso jeder Höhenmeter doppelt, besonders dann, wenn man wie Laura und Manuela aus dem Rheinland angereist ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das schöne Viertel selbst wird gesäumt von Souvenir-Shops und Künstlerateliers. Hier und dort erblicken wir Indigene in ihren bunt gewebten stolzen Trachten und Tüchern. Nicht selten lugt auf dem Rücken ein Kleinkind hervor. Wir passieren eine Kirche und erreichen den Eingang zum Park. Dort lösen wir unser Ticket. Hoch über uns begrüßt uns bereits der Cristo Blanco, eine weiße Jesus-Statue nach dem Vorbild von Rio. Die Anlage ist gigantisch. Mächtige zyklopische Mauerreste der Inkafestung schieben sich in den Focus. Tonnenschwer und passgenau übereinander gestapelt. Hier halten wir uns lange auf und treten dann wieder den Rückweg an.

 

 

 

 

Zu unseren Füßen – ein Meer aus rotbraunen Dächern, inmitten der Plaza de Armas mit seinen bunt flatternden Fahnen. Stunden später reißt uns der Wecker früh aus dem Schlaf. Die Temperatur liegt unter Null. Taxi und geschwind zum Bahnhof, denn der Zug nach Aguas Calientes wartet nicht. Uns erwartet eine mehrstündige Fahrt entlang dem Rio Urubamba zu dem Ort, der als Ausgangspunkt zu dem wohl bekanntesten Motiv Südamerikas führt. Machu Picchu! Dort freuen wir uns auf Wanderungen mit spektakulären Aussichten.

Rätselhaftest Zeugnis der Inkakultur

Angekommen entpuppt sich das Dorf als ein schmuckloser Ort mit unzähligen Souvenirshops. Wir beziehen schnell Quartier und organisieren den Bustransfer für den Tag darauf.Menschenmassen schieben sich durch die schmalen Gassen mit Restaurants, deren Preise sich problemlos in die Mitteleuropäischer Gastronomen einreihen darf. Kurz entschlossen und nicht zuletzt um dem Trubel zu entfliehen schnüren wir die Bergschuhe und wandern aus dem Ort hinaus. Erst entlang der Strasse, dann entlang den Eisenbahnschienen und plötzlich wird es ruhig, niemand ist unterwegs. Umgeben von Urwald gelangen wir zum Eingang vom „Cataratas de Mandor“, entrichten den Eintritt und laufen dem Pfad folgend durch üppige Vegetation hinauf zum Wasserfall. Beine baumeln lassen, entspannen. Im Hinterkopf allerdings lassen uns die Bilder von morgen nicht mehr los. „Essen müssen wir heute auch noch etwas,“ wirft Manuela ein. Laura nickt zustimmend. Dazu besuchen wir zurück im Ort die Markthalle, wo sich auch die Einheimischen verköstigen. Touristen keine in Sicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Für sieben Soles – umgerechnet zwei Euro p.P. gibt es ein sehr leckeres Menü mit einer Suppe und einem hausgemachten Erfrischungsgetränk. Schön auch der Austausch mit den Menschen, die wenig Anlaufzeit benötigen, um mit uns ins Gespräch zu kommen. Der Wecker für den Tag darauf steht auf 3.30 Uhr. Um fünf fährt der erste Bus zum Parkeingang. Die Schlange hinter uns – gut 300 Meter lang. Die Nervosität steigt, wir zeigen unser Kombiticket (für Machu Picchu und die beiden Bergbesteigungen) ebenso den Reisepass – WICHTIG! Und gehen bergan zum besten Aussichtspunkt.

 

 

 

 

Ein Gesamtkunstwerk von absoluter Schönheit, atemberaubend.
Im Vordergrund die üppiggrünen Terrassen mit den glattgeschliffenen Steinen, ringsum die majestätischen Gipfel der Anden. Unten im Tal vernehmen wir das tiefe Grollen des Rio Urubamba. Hier scheinen die Steinriesen den Himmel zu küssen. Was Machu Picchu so einzigartig macht ist die Lage.

 

 

 

 

Auf 2.400 Metern Höhe gelegen, bedecken die schiefergrauen Wände, Treppen und Türstürze mehrerer Hügel mit subtropischer Vegetation. Die Tempel und Terrassen der Inkas passen sich perfekt in die Natur ein. Im Sekundentakt züngeln Wolken um die Gipfel über der Ruinenstadt und tauchen Machu Picchu in ein ständig wechselndes Licht.

 

 

 

 

Riesige Steine wurden behauen, dass Mörtel überflüssig war. Die Blöcke liegen so fugenlos übereinander, sind so ineinander verzahnt, dass wirklich kein Blatt Papier mehr dazwischen passen würde. Dazwischen und um das Bild zu vervollkommnen Lamas.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ureinwohner Perus schätzen ihr ältestes Haustier wegen seiner Zutraulichkeit, auch wenn es als Lasttier in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung verloren hat. Erst nach diesem Augenschmaus begeben wir uns an den ersten der beiden Berge heran, die wir heute noch besteigen möchten.

Spektakuläre Aussichten

Zwei Berge und zwei besondere Perspektiven auf die Festungsanlage versprechen der Huayna Picchu ebenso der Montaña Machu Picchu.

 

 

 

 

Letzterer besticht mit 700 zu bewältigenden Höhenmetern hinauf zum Gipfel. Erneut zeigen wir unsere Papiere an der Kontrollstation und wandern zur festgesetzten Zeit los, denn „nur“ 400 Menschen auf den Tag verteilt ist die Besteigung gestattet. Zunächst geht es durch dichten Regenwald, der bald den nackten Inka-Steintreppen weicht. Wir schrauben uns Windung um Windung den Berg hinauf, es wird immer steiler und enger und manchmal geht’s an der Flanke fast senkrecht hinab.

 

 

 

 

Immer wieder werden wir für die schweißtreibende Geschichte mit spektakulären Aussichten auf die Ruinenstadt belohnt, die nur noch mit dem Gipfel auf 3.061 Meter übertroffen wird. Zwei Pärchen teilen sich mit uns dies unglaubliche Panorama bevor wir den Rückweg antreten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Einstieg zum Huayna Picchu hingegen erreichen wir hinter der alten Inkastadt und der misst eine Höhe von 2.700 Metern. Direkt geht’s steil bergan. Ein Wechsel aus Inkatreppe, Terrassenfeldern und Felsvorsprüngen. Schwindelfrei sollte man unbedingt sein. Wir queren noch einen engen Tunnel und stehen auf dem Gipfel. Geschafft. Anders aber nicht minder imponierend als der vorangegangene genießen wir den unglaublichen Ausblick. Einst bauten hier die Inkas eine Reihe von kleinen Terrassen und einigen Gebäuden. Diese Gebäude könnten Teil einer Sternwarte gewesen sein, sagen die Wissenschaftler.

 

 

 

 

Glücklich zurück in dem geordneten Labyrinth der Ruinenstadt treten wir alsbald den Rückweg nach Aguas Calientes an. Zurück mit dem Bus oder Zufuß? Wir entscheiden uns für Option zwei und schwenken direkt hinter dem Ausgang nach links in den Regenwald. In schmalen Serpentinen steigen wir bergab bis wir schon den Rand vom Dorf ausmachen. Was für ein erlebnisreicher Tag. Wir bleiben noch für eine Nacht und nehmen dann erneut den Zug zurück nach Cusco.

Farbenfrohe Rainbow Mountains

Ausschlafen, ausruhen und rumbummeln, lecker essen und Museumsbesuche stehen heute auf dem Plan. Also nichts wirklich Anstrengendes.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kraft benötigen wir in zwei Tagen für die sagenhaften Rainbow Mountains. Das heißt wieder sehr früh aufstehen, denn der Bus benötigt einige Stunden zum Ausgangspunkt. Der Vinicunca im Süden Perus gelegen trägt den schönen Beinamen „Rainbow Mountain“.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Knallbonbon aus Farben auf 5.200 Metern gelegen, so versprechen es die Bilder im Internet. Die Peruaner haben ihm den Namen Montaña de Colores gegeben, Berg der Farben. Aber erst einmal müssen wir da auch rauf kommen. Wie bei allen Attraktionen dieser Art sind wir nicht alleine, aber ganz vorne dabei. Der Weg an sich ist ausgetrampelt und leicht, nur die Höhe ist nicht zu unterschätzen.

 

 

 

 

Findige Indigene bieten hier ihr Pferd an, das einen Großteil der Strecke bewältigt. Das kommt für uns allerdings nicht in Frage. Der letzte Anstieg hat es noch einmal in sich, dann stehen wir oben auf dem Gipfel. Und tatsächlich auch ganz ohne Blick durch die Photoshopbrille erstrahlen die Berge in Farben wie ich sie prachtvoller in der Natur noch nie gesehen habe. Die streifenförmige Anordnung der Sedimente hätte auch ein Impressionist nicht schöner anordnen können – so gewaltig, so schön. Der Rückweg gestaltet sich einfach, jeder Höhenmeter zum Tal hin bedeutet etwas mehr Sauerstoff in unseren Lungen. Unsere letzten Tage in Peru sind gezählt, aufregende spektakuläre Wochen.

 

 

 

 

 

 

 

 

So viel ist sicher: Reisen tut immer gut – schrieb einst Voltaire.
In diesem Sinne haben wir uns auf den weiteren Weg in das benachbarte Bolivien gemacht, aber das, das ist eine ganz andere Geschichte…

Infobox

Anreise
Mehrmals wöchentlich von allen bekannten deutschen Flughäfen, z. B. über Madrid mit Iberia in ca. 18 Stunden, von dort Weiterflug ca. 1 Stunden nach Cusco.
Aguas Calientes (Ausgangsort für Machu Picchu) ist bequem mit dem Zug zu erreichen, weitere Infos: www.perurail.com

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Wichtige allgemeine Informationen
Es ist kein Visum erforderlich.
Bargeldabholung mit allen gängigen Kreditkarten sowie EC-Karte mit Maestro-Logo möglich. Es können Soles aber auch US-Dollar gezogen werden. Mitnahme von US-Dollar wird empfohlen.

Beste Reisezeit
Für das Andenhochland April bis Oktober, Hochsaison Juli/August. Um überflüssige Wartezeiten für den Besuch von Machu Picchu ebenso die Aufstiegsgenehmigungen für die beiden Berge zu vermeiden, empfehlen wir vorzubuchen. Ebenso den Zug zum Ausgangsort in Aguas Calientes.

Infos
www.peru.com

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