FIS Alpine Ski World Cup – Lauberhornrennen Wengen (Slalom Herren)

Der 18. Januar 2026 gehört zu jenen Tagen, die man als Wintersportfan tief im Gedächtnis abspeichert. Früh am Morgen strahlte der Himmel über dem Berner Oberland in einem klaren, tiefen Blau – ein nahezu perfektes Wintersportwetter. Ich hatte das Glück am Sonntag für den Slalom beim Lauberhornrennen in Wengen als freier Fotograf akkreditiert zu sein und mich unter die tausenden begeisterten Zuschauer zu mischen, die bereits Stunden vor dem Start die Atmosphäre mit Spannung und Vorfreude aufgeladen hatten.

Wengen, das kleine Bergdorf, das einmal im Jahr zur Bühne der Weltelite des alpinen Skirennsports wird. Mit dem Super-G am Freitag und der legendären Abfahrt am Samstag bot das Lauberhornrennen schon zuvor hochklassigen Skisport.

Die schneebedeckten Nordhänge leuchteten im Sonnenschein, und entlang der Strecke herrschte geschäftiges Treiben: Freiwillige, Ordner und Veranstalter wirkten überall präsent, ohne je aufdringlich zu sein. Überall wurden Fragen beantwortet, Wege gewiesen, und selbst bei den großen Menschenmengen blieb das Lächeln aller Helfer bemerkenswert freundlich – ein Kompliment an die Organisation, die diesen Event mit Präzision und Herzlichkeit orchestrierte.

Als dann die Athleten zum Slalom auf die legendäre Strecke gingen, war das Publikum voll da: Jeder Schwung, jede Richtungsänderung wurde mit spürbarer Energie begleitet. Die Spannung stieg mit jedem Starter, und die Fachkompetenz gepaart mit purer Leidenschaft der Fans war überall spürbar.

Am Ende dieses unvergesslichen Tages standen die Drei auf dem Podest, die den Slalom geprägt hatten – und sie veredelten damit nicht nur ihre Saison, sondern auch diesen Tag im Berner Oberland:

Atle Lie McGrath (Startnummer 5) aus Norwegen setzte sich an die Spitze und holte sich den Sieg mit einer souveränen Leistung. Er gewann den Klassiker mit einem Vorsprung von 0,47 Sekunden.

Auf dem zweiten Rang landete Lucas Pinheiro Braathen (Startnummer 7) (Brasilien/Norwegische Abstammung), der mit beeindruckender Aggressivität und Präzision durch beide Läufe fuhr und McGrath bis zum Schluss unter Druck setzte.

Henrik Kristoffersen (Startnummer 1) (Norwegen) komplettierte das Podium. Für ihn war es ein besonderer Tag, denn dieser dritte Platz markierte einen bedeutsamen Meilenstein in seiner Karriere, seinen 100. Weltcup-Podestplatz – ein Zeichen jahrzehntelanger Exzellenz im Slalom.

Als ich später den Weg zurück ins Tal antrat, blieb mir das Bild der jubelnden Menge und der perfekt präparierten Strecke im Kopf. Die grandiose Mischung aus sportlicher Höchstleistung, sonnigem Winterwetter und der Gastfreundschaft, die in Wengen inzwischen legendär ist, machte diesen Slalom zu einem Erlebnis, das man als Fan einfach erlebt haben muss.



Klein
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